Hanau mit Sieg in Northeim

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3.Liga Ost
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Wer Hochspannung hautnah erleben möchte, muss nur die Spiele der HSG Hanau besuchen. Die Grimmstädter entwickeln sich derzeit in der 3.
Handball-Liga Ost zu den absoluten Thriller-Spezialisten.

Nach dem Sieg in letzter Sekunde in der Vorwoche gegen Erlangen, krönte das Team von Trainer Patrick Beer beim 29:28 (12:16)-Erfolg beim Northeimer HC eine spektakuläre Aufholjagd mit dem ersten Auswärtssieg in dieser Saison. Mit 15:11 Punkten belegt die HSG Hanau nun einen hervorragenden fünften Tabellenplatz.

Entsprechend ausgelassen war die Freude als das kleine Wunder von Northeim tatsächlich unter Dach und Fach war. Philipp Reuter hatte zuvor die Hanauer in der 59. Minute zum ersten Mal an diesem Abend in Führung geschossen, Marc Strohl machte wenig später den Sack zu. Und gemeinsam mit den rund 50 mitgereisten Fans, die wieder einmal einen eindrucksvollen Blauen Block bildeten, konnte der Party beginnen.

Zuvor allerdings mussten alle Beteiligten durch ein Stahlbad der Emotionen gehen. Unmittelbar vor Spielbeginn sorgte Max Bergold für die erste Hiobsbotschaft. Aufgrund einer Magen-Darm-Grippe konnte der Youngster nicht auflaufen. Jannik Ruppert, der nach seinem siebenmonatigen Auslandsaufenthalt eigentlich nur als Fan mitgereist war, zog kurzerhand Bergolds Schuhe an und kam tatsächlich völlig überraschend zu seinem ersten Saison-Kurzeinsatz.

Das Spiel hatte noch gar nicht richtig begonnen, da lag die HSG Hanau nach sieben Minuten bereits 0:5 in Rückstand und hatte wieder einmal den Start total verschlafen. Die Tiefschlafphase sollte noch eine ganze Weile anhalten. Nach 22 Minuten führte der Gastgeber aus Northeim mit
12:4 und steuerte einem ungefährdeten Heimsieg entgegen.

„Wir hatten in der Anfangsphase überhaupt keinen Zugriff auf das Spiel, die Einstellung stimmte nicht und dem Tempo der Northeimer hatten wir auch nichts entgegenzusetzen“, sagte Beer. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Coach schon seine zweite Auszeit genommen und auf eine Drei-zu-Drei-Deckung umgestellt. Das sollte Wirkung zeigen.

Unermüdlich angetrieben von den fast schon südamerikanisch-heißblütigen Fans kämpfte sich die HSG in der Folgezeit Tor um Tor zurück ins Spiel. „Wie uns der Blaue Block heute wieder unterstützt hat, das war überragend. Wir müssen uns bei unseren Fans bedanken. Ohne sie hätten wir vielleicht nicht mehr in die Partie zurückgefunden“, war Beer mächtig stolz auf den gewaltigen Support aus der Heimat. Und so lag man zur Pause „nur“ noch 12:16 in Rückstand.

Zwar gelang es Northeim, das bisher alle vier Heimspiele gewinnen konnte, den Vier-Tore-Vorsprung bis zur 41 Minute aufrechtzuerhalten, doch mit zunehmender Spieldauer agierte die junge Hanauer Mannschaft immer selbstbewusster. Außerdem machten sich zusehends die größeren Kraftreserven dank des breiteren Kaders bemerkbar. „Wir haben im zweiten Durchgang richtig Gas gegeben, sind immer drangeblieben und haben auch nach Rückschlägen nicht aufgegeben“, sagte Beer.

Nach 51 Minuten traf Marc Strohl erstmals zum Ausgleich (25:25). Zuvor hatte Can Adanir insbesondere bei Siebenmetern geglänzt und war ein guter Rückhalt seiner Mannschaft. Insgesamt vier Strafwürfe konnten die Gastgeber nicht verwandeln. Reuter, der mit zwölf Toren bester Hanauer Schütze war, verwandelte dagegen sechs seiner sieben Versuche. Jeweils vier Mal trafen Marius Brüggemann und Lucas Lorenz aus dem Spiel heraus ins Netz.

Ein denkwürdiger Abend in Northeim hatte letztlich mit einer „geilen Teamleistung“ (Beer) sein umjubeltes Ende gefunden. Unvergessen dürfte die Reise auch für Max Bergold bleiben. Der 21-Jährige wurde in der Halbzeit in der Kabine vergessen und eingesperrt. Vom kleinen Auswärtswunder dürften ihm vor allem die Northeimer Toiletten in Erinnerung bleiben. Dagegen kann Jannik Ruppert stolz auf seine makellose Auswärtsbilanz hinweisen. Mit ihm im Kader hat die HSG Hanau in dieser Saison in fremden Hallen noch keinen einzigen Punkt abgegeben.

Beflügelt durch Tabellenplatz fünf soll am kommenden Sonntag (17 Uhr, Main-Kinzig Halle) der nächste Sieg eingefahren werden. Dann ist die HSC Bad Neustadt zu Gast. Trainer und Mannschaft setzen dabei wieder voll und ganz auf den südamerikanischen Wahnsinn des Blauen Blocks.

 

Kommentare   

Mr. Konter
+1 #1 Mr. Konter 2017-11-20 12:04
Northeim sperrt die Gegner in der Kabine ein :-D So kann man auch an Heimsiege kommen :D
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