TSV vertagt Aufstieg in die 2. Liga

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Am Ende fehlten dem TSV Bayer Dormagen zwei Tore am vorzeitigen Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga. Nach 60 aufregenden Minuten jubelten die Anhänger des Longericher SC am Freitagabend in Köln-Chorweiler über den 28:27-Erfolg im Lokalderby. Der aufmunternde Applaus der vielen

Dormagener Fans war sicher auch mit der Hoffnung verbunden, dass die zwei noch für das Zweitliga-Comeback benötigten Punkte beim ATSV Habenhausen am nächsten Samstag oder im letzten Heimspiel am 5. Mai gegen die Reserve des VfL Gummersbach geholt werden. Theoretisch kann es freilich an diesem Wochenende doch schon nach oben gehen: Sollte an diesem Samstag Leichlingen bei der SG Schalksmühle-Halver verlieren und Krefeld morgen in Aurich nur einen Punkt mitnehmen, dann wäre der TSV vom zweiten Platz in der 3. Liga West nicht mehr zu verdrängen.

Die Rechnung der Gastgeber ging auf: Benjamin Richter und mitunter auch Matthias Peters nahmen Lukas Stutzke in Sonderbewachung. So litt nicht nur der Dormagener Spielfluss, vom abgeschirmten Junioren-Nationalspieler ging letztlich nicht die gewohnte Torgefahr aus. Da mit Eloy Morante Maldonado ein weiterer Kreativkopf verletzungsbedingt pausieren musste und Ian Hüter nicht an seine in den letzten Spielen gezeigte Topform anschließen konnte, lagen die Gäste lediglich in der Anfangsphase zweimal vorne - weil auch Nils Thorben Schmidt mit einer tollen Leistung das Torwartduell mit 15 Paraden klar für sich verbuchte. Auch bei Würfen von der Siebenmeterlinie zeichnete sich Schmidt aus: Lediglich die Hälfte der zehn erhaltenen Strafwürfe konnten die TSV-Schützen verwerten. Ein glückliches Händchen hatte der LSC zudem beim Wechsel des Schlussmannes: Christopher Beutner wehrte den Wurf von KC Brüren ab.

Vor allem die beiden künftigen Dormagener Benjamin Richter und Joshua Reuland beteiligten sich in der ersten Hälfte am kontinuierlichen Ausbau des Longericher Vorsprungs, der beim Pausengang fünf Tore (15:10) betrug. Damit nicht genug: Kurz nach dem Seitenwechsel sorgte Matthias Peters für das 19:12 und damit die höchste Führung im Spiel. Entschieden war die Partie damit noch nicht, denn mit zunehmender Spielzeit schwanden die Kräfte beim LSC. Der TSV kam auf und konnte sich dafür auch bei zwei Spielern bedanken, die ansonsten nicht zum Stammpersonal gehören: Der vor einem Monat 18 Jahre alt gewordene A-Jugendliche Julian Köster übernahm Verantwortung. Und Co-Trainer Peer Pütz stellte seine Fähigkeiten als Linksaußen unter Beweis. Doch auch die Treffer der Beiden reichten nicht, um etwas Zählbares mit nach Hause zu nehmen: Nach der Aufholjagd bis hin zum 21:21 verpasste der TSV nämlich die mögliche Führung. Tim Wieling schaffte zwar zwei weitere Male den Ausgleich, Longerich aber kämpfte sich ins Spiel zurück und brachte den Vorsprung über die Zeit.

Benni Richter und Joshua Reuland freuten sich natürlich mit ihrer Mannschaft über den Erfolg, sind aber gleichzeitig zuversichtlich, dass die künftigen Mitspieler den Aufstieg schaffen. Doch auch Spiele in Habenhausen und gegen Gummersbach II sind keine Selbstläufer, warnt Ulli Kriebel: "Die größte Gefahr liegt darin, dass wir uns jetzt zu sicher fühlen und schon zum Aufstieg gratulieren." Dass es nicht so lief wie erhofft hatte für den Trainer des TSV Bayer Dormagen einen nachvollziehbaren Grund: "Das war sicher auch eine Sache des Kopfes. Schließlich hatten wir alle erst wenige Stunden vor dem Spiel die Nachricht bekommen, dass wir heute aufsteigen können. Jedenfalls haben wir selten zuvor so viele Chancen liegen gelassen wie heute. Da profitierte Longerich von unserem in der ersten Halbzeit nicht guten Rückzugsverhalten."

Longericher SC - TSV Bayer Dormagen 28:27 (15:10)

Longerich: Schmidt (15 Paraden), Beutner (bei einem 7m, 1 P.); Peters (3), Thöne (1), Wilhelm (2), Reuland (5), Richter (7/3), Mestrum (4), Schlösser (4), Wolf (2), Böing (n.e.), Dahlke.

Dormagen: Bartmann (4 Paraden), Boieck (ab 35., 3 P.); Pütz (2), Eggert (1), Köster (2), I. Hüter (2), Kübler (2), Pyszora (n.e.), P. Hüter (1), Brüren (4/2), Jagieniak (1), Stutzke (3), Hartmann (n.e.), Wieling (9/3).

Schiedsrichter: Hellbusch / Jansen.
Zuschauer: 500.
Zeitstrafen: 10:6 Minuten.
Siebenmeter: 3/3:5/10 (Brüren wirft an den Pfosten und scheitert an Schmidt und Beutner, Schmidt hält zweimal gegen Wieling).
Spielfilm: 4:5 (13.), 8:5 (17.), 10:6 (22.), 10:8, 12:8, 15:10 - 17:11, 19:12, 21:15 (41.), 21:21 (48.), 23:23, 26:25, 28:26, 28:27.