Saisonbilanz im Westen - 1

3.Liga West
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Eine großartige Saison liegt hinter uns und bescherte den Zuschauern im Westen der Republik eine Mannschaft mit dem TuS Ferndorf, die verdient den Meistertitel und damit auch den Aufstieg in die 2. Bundesliga erkämpfte. Den letzten Triumph, die absolute Saison mit 30 Erfolgen, verdarb Schalksmühle dem Meister in dessen letzten Heimspiel mit einem hart erkämpften, aber verdienten Remis.

Mehr ist zu dieser großartigen Saisonleistung nicht zu sagen und es scheint, als wenn Ferndorf auf die 2.Bundesliga nach dem sofortigen Wiederaufstieg gut vorbereitet ist.

Sicherer Vizemeister wurde Dormagen, das sich den Bundesligaaufstieg vor dieser Saison auf seine Fahnen geschrieben hatte und auch erreichte, weil aus der Süd-Staffel kein Aufsteiger zur Verfügung stand. Bei nur 4 Bewerbern aller Staffeln um den Aufstieg (Hamburg, Ferndorf, Großwallstadt und Dormagen) bestand keine Notwendigkeit eine Relegation zu spielen. Dormagen war zur Halbzeit sicherer Zweiter und bekam in der Endphase der Saison noch kleinere Schwierigkeiten, weil der Leichlinger TV eine ebenso starke Endphase spielte. Aber ab Spieltag 3 (SPT) hielt Bayer den 2. Platz und gab ihn nicht mehr ab.

Der Leichlinger TV war zur Saison-Halbzeit 4. und erzielte Platz 3 zum Saisonende. Er hielt in der Halbserie 2 direkten Anschluß an Dormagen, daß sich ab SPT 18 unter Druck gesetzt sah. Daß sich der LTV überhaupt den 3. Rang sichern würde, hatten nur wenige Experten vermutet, zumal der LTV gleich im ersten Spiel gegen Dormagen verlor, sich im Heimspiel aber revanchierte. Sogenannte „unnötige“ Punkte gab der LTV nur gegen Longerich (1 Niederlage, 1 Remis) und Aufsteiger Menden (1 Niederlage) ab. Außerdem verlor man gegen Ferndorf und Krefeld. Leichlingen spielte einen attraktiven Angriffshandball und war die Mannschaft mit den meist erzielten Toren (958) in der Liga West, nur der TSV Bayer Dormagen kommt ebenfalls in diesen Bereich (918). Der Meister dagegen warf nur 881 Tore. Dafür bekam der TuS Ferndorf 100 Tore weniger in den eigenen Kasten als Dormagen und sogar 200 weniger als der LTV, was die Platzierung letztendlich erklärt.

Krefeld hatte sich vor Saisonbeginn verstärkt und war für viele Kenner der Materie ein Favorit auf einen der ersten beiden Plätze. Daß man gegen Ferndorf in der ersten Hälfte verlor, schien noch normal, aber Niederlagen gegen Minden II, Aufsteiger Menden und Longerich, alle auswärts bezogen, bewirkten trotz Platz 3 zur Halbserie doch Unmut in der Mannschaft und Umgebung. Man hatte zur Halbzeit der Saison 3 Punkte Rückstand auf Bayer und 8 auf Ferndorf. So kam das Allheilmittel Trainerwechsel zur Anwendung und der langjährige Trainer Olaf Mast verließ nach 10 Jahren das Team. Er wurde als Interimslösung bis zum Saisonende durch Dusko Bilanovic ersetzt. Es kam nach der Halbzeitpause aber zu weiteren Niederlagen gegen Schalksmühle, Minden II, Ferndorf und zu Punktverlusten gegen Longerich und Dormagen. Das reichte am Ende nur zu Platz 4 und einer Enttäu-schung über den Saisonverlauf. Am Saisonende betrug der Rückstand zu Leichlingen 1 Punkt, zu Dormagen 4 und satte 15 Punkte zu Ferndorf.

Der Longericher SC hatte im letzten Jahr überraschend Platz 3 erspielt und wollte dieses Ergebnis natürlich wiederholen. Das gelang zu Beginn der Saison nicht ganz so gut. Nach einer ersten durchwachsenen Halbserie stand man zu Beginn der Rückserie nur auf Platz 6. Dieser konnte verbessert werden, weil das Team in der Rückrunde nur 3 Niederlagen und 1 Remis hinnehmen mußte. Allerdings war die gegen Aurich (auswärts) dafür verantwortlich, daß man den möglichen 4. Platz verpaßte, denn bei Punktgleichheit hätte man sich durch den gewonnenen Direktvergleich gegenüber Krefeld selbigen gesichert.

Punktgleich mit dem LSC liegt Schalksmühle-Halver auf dem nächsten Tabellenplatz. Diese Mannschaft hat m.E. in dieser Saison eine gute Entwick-lung gemacht und sich im Vergleich zu den letzten Jahren gesteigert. Geheimfavorit war das Team in den letzten Jahren schon öfter mal, aber diesmal schien der Knoten zu platzen. Schalksmühle bezwang in der Hinrunde zwar keine Spitzenmannschaft, leistete sich aber auch nur gegen die Bergi-schen Panther (21:28) und gegen Menden (28:28) „unnötige“ Punktverluste in gegnerischen Hallen. Das führte zu Platz 5. Letztendlich hätte der Verein bei konstanter Leistung mehr erreichen können, aber 3 Niederlagen im zweiten Teil der Saison gegen schwächere Mannschaften (Minden II, Haben-hausen und Lemgo II) verhinderten, daß die Schalksmühler den LSC überholen konnten. Allerdings kann sich die Mannschaft als einzige in der Liga rühmen, dem Meister einen Punkt abgenommen zu haben und dann auch noch in dessen Halle und im letzten Spiel der Saison.

Als die Überraschungsmannschaft der Saison ist eindeutig die HSG Bergische Panther zu bezeichnen. Der Aufsteiger hat Erstaunliches geleistet und insgesamt 16 Siege eingefahren und damit Platz 7 erreicht. Nach der guten Hinserie (ebenfalls 7.Platz), hat der Verein aus Burscheid dieses Niveau auch in der Rückrunde gehalten und somit das beste Ergebnis eines Aufsteigers seit Jahren erspielt. Vielleicht ist den Panthern auch etwas die Puste zum Saisonende ausgegangen. Für die Zukunft besteht nach der vollzogenen Fusion mit Wermelskirchen (altbekannt in der Liga) und anderen Vereinen der Region auch eine Chance auf eine schlagkräftige Mannschaft in der nächsten Saison.

Auf Platz 8 liegt mit der Reserve der Mindener Bundesligamannschaft ein sogenanntes Ergänzungsteam der HBL. Daß die Mindener die beste Bilanz der 3 Reserveteams der 3. LW (Minden, Gummersbach und Lemgo) holen sollten, war lange nicht abzusehen. Die Mannschaft startete schwach mit 3 Niederlagen in Folge und stand nach 6 Spieltagen mit nur 2 Pluspunkten auf dem 14.Platz. Dann katapultierte sich das Team bis zur Saisonhalbzeit auf Platz 8 mit 5 Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. In der 2. Saisonhälfte holte Minden II dann sogar 9 Siege und war vom Abstiegs-geschehen weit entfernt. So konnte das Team die Saison beruhigt zu Ende spielen. Von den letzten 4 Spielen verloren die Mindener allerdings 3 und verfehlten somit ein noch besseres Ergebnis.

Alle anderen Mannschaften der Liga befanden sich über die Saison gesehen mehr oder weniger im Abstiegskampf. Zur Winterpause lagen Haben-hausen und Korschenbroich mit jeweils nur 3 Punkten auf den ersten beiden Abstiegsplätzen, davor kämpften Lemgo II und Aurich mit 9 Punkten sowie Volmetal mit 12 Punkten um den rettenden Platz 13. Ahlen (12 Pkt.), Gummersbach (12 Pkt.) und Menden (13 Pkt.) waren aber nicht sicher vor dem Abstiegsstrudel. Daraus wurde der erwartete spannende Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag. Am 20. SPT der Saison zeichnete sich ab, daß das Feld der Abstiegskandidaten über Platz 15 noch enger zusammenrückte. Zwar hatten Habenhausen und der TVK auf Platz 16 und 15 noch theoretische Chancen, aber niemand glaubte so recht daran, daß sich die beiden Mannschaften noch retten würden. Jetzt lagen die VfL-Reserve und Ahlen mit kleinem Punktvorsprung vor den punktgleichen Teams aus Menden, Volmetal und Aurich, die 4 Punkte Vorsprung vor Lemgo II auf Platz 14 hatten.

Ab SPT 21 legte Habenhausen einen Zwischenspurt mit Siegen in Schalksmühle, Lemgo und Aurich ein und lag ab SPT 26 vor dem TVK, der den letzten Platz bis zum Saisonende nicht mehr verlassen konnte. Der TVK begann relativ früh, Kritiker sagen vielleicht zu früh, die Planungen für den Abstiegsfall mit zukünftig neuem Trainer und anderen Spielern. Habenhausen konnte außer den o.g. 3 Siegen keine weiteren Punkte mehr einfahren und wurde Vorletzter, was z.T. an einer Menge an Verletzungen und einigen aus Bremer Sicht fraghaften Schiedsrichterentscheidungen lag. Aber die Mannschaft gab sich nicht auf und hat gezeigt, daß sie einen Platz in dieser Liga verdient hat.

Vom 20.SPT an konnten Ahlen (5 Siege) und Gummersbach (4 Siege) sich vom Tabellenende kontinuierlich entfernen, obwohl die Fohlen aus Gummersbach zum Ende der Saison 3 Spiele in Folge verloren. Ahlen wurde Gesamt-9., Gummersbach Gesamt-10. was für beide ein gutes Ergebnis darstellt. Ahlen hatte sich in der Vorsaison nur knapp dem Abstieg entziehen können.

Die größte Überraschung im Abstiegskampf gelang den Lemgo Youngsters (Lemgo II). Nachdem das Team am 23.SPT noch 4 Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz hatte, startete die Mannschaft einen unglaublichen Siegeszug mit 4 Siegen und 1 Remis. Das Remis holte man in Korschenbroich, die Siege gegen Volmetal und an den letzten 3 Spieltagen in Folge gegen die Bergischen Panther, SG Schalksmühle (auswärts) und GWD Minden II. Das war fantastisch und wohl ebenfalls einmalig. Der Lohn für diese Leistung war die Rettung der Mannschaft, die mit 20:40 Punkten Platz 11 zum Abschluß der Saison belegte, obwohl man lange Zeit der Saison auf einem Abstiegsrang lag.

Lemgos Rettung bedeutete natürlich, daß eine andere Mannschaft in den sauren Apfel des Abstiegs beißen mußte. Volmetal (2 Siege), Menden (2 Siege) und Aurich (2 Siege) schwächelten vom SPT 20 bis zum Ende der Saison und belegten punktgleich (19:41 Punkte) am 30.SPT die Plätze 12-14. Anders als Lemgo II rutschten diese Teams in der Tabelle immer weiter ab. So mußte nach dem letzten Spieltag die Entscheidung über den letzten Absteiger durch eine Tabelle der Spiele der drei punktgleichen Teams untereinander gefällt werden. Hier hatte Aurich die schlechtesten Karten und stieg deshalb ab bzw. spielte die Relegation gegen den Vertreter aus der 3.Liga Nord (Hamburg Barmbek). Diese verlor man und geht deshalb den Weg in die Oberliga. Fairerweise muß man sagen, daß Aurich durch eine ungeheure Verletzungsmisere gehandicapt war, die wohl sehr zum Abstieg beigetragen hat.

Der nächste Bericht über die Saison 2017-2018 in der 3. Liga West beschäftigt sich dann mit den Torschützen und Zuschauern.

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Ergebnisdienst 3.Liga

21.09.2018 20:00
3.Liga West, 05.Spieltag
  
Ahlener SG - SG Menden Sauerland Wölfe 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 21.09.2018 20:35:46
Legende: ungespielt laufend gespielt