Damgaards trockener Wurf bringt den Derby-Sieg

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In Leipzig zeigte sich der SCM, der 72 Stunden zuvor im EHF-Pokal gespielt hatte, von Beginn an aufmerksamer. Leipzig war beim Heimauftakt von Michael Biegler das Fehlen von Pieczkowski (Schulter), Rojewski (Knie) und Semper (Hüfte) im Angriff deutlich anzumerken.

Nach dem 11:8-Pausenstand setzte sich der SCM zunächst auf vier Tore ab, büßte diesen Vorsprung aber rasant ein - Leipzig glich beim 15:15 (44.) aus. In einer von Zweikämpfen geprägten zweiten Hälfte ging es danach Kopf an Kopf in eine spannende Schlussphase, in der Magdeburg Sekunden vor dem Ende einen Siebenmeter vergab - aber in Ballbesitz blieb und nach einem Damgaard-Treffer über den 23:22-Sieg jubeln durfte.

Angetrieben von einem Siebenmeter von Musche und einer Doppelparade von Green sowie von Bezjak als brillantem Anspieler startete der SC Magdeburg mit einer 0:2-Vorlage in die Partie. Beide Teams agierten im Angriff geduldig, die Gäste profitierten jedoch davon, dass Musa DHfK-Kreisläufer Milosevic gut kontrollierte und sie zeigten sich spielstärker. Musche erhöhte nach neun Minuten vom Flügel auf 1:4. Bei den Hausherren lahmte ohne Rojewski und Semper das Rückraumspiel.

Leipzig hatte ohne Linkshänder im Rückraum begonnen. Dies änderte sich mit der Hereinnahme von Gregor Remke. Linksaußen Binder scheiterte jedoch mit dem 3:4-Versuch, und bei Musas 3:6-Kreistreffer (13.) betrug der Rückstand bereits wieder drei Treffer. "Wir müssen das Ding zuschieben", forderte Michael Biegler bei seiner Heimpremiere in einer flugs beantragten Auszeit und mahnte neben einer brauchbaren Deckung einen beherzten Rückzug nach Fehlern an.

Die unerzwungenen technischen Fehler des SC DHfK im Spielaufbau machten es den Magdeburgern, die freilich auch aufmerksam in die Nahtstellen stachen, weiterhin leicht, vorne zu bleiben. Dennoch konnte die Wiegert-Sieben den Vorsprung nicht ausbauen. Leipzigs Torhüter Jens Vortmann hielt sein Team mit guten Reflexen im Spiel. Und beim 6:7 beförderte der 29-Jährige das Spielgerät, nachdem er gegen Musche pariert hatte, ins verwaiste SCM-Tor und einen ersten Saisontreffer erzielte.

Die Beine der Leipziger waren inzwischen wesentlich schneller. Dies hatte es Vortmann viermal in kurzer Folge ermöglicht zu glänzen. Der SCM reagierte. Sie boten nun Damgaard auf, der sofort traf und blieben vorne. Bezjak sekundierte mit einem Empty-Net-Goal zum 6:9 (25.). Bei Leipzig zeigte Remke in seinem zweiten Bundesligaspiel großen Einsatz, scheiterte aber mehrmals, ehe Damgaard auf 7:11 (30.) stellte. Philipp Weber setzte mit einem Gewaltwurf den 8:11-Schlusspunkt.

Musa konterte eine Minute nach Wiederanpfiff, nach einem Fehlpass von Weber, zum 8:12. Anschließend brillierte Leipzigs Jurds, der für Remke gekommen war, mit einem Doppelschlag, und eine Parade von Vortmann gab den Hausherren die Möglichkeit zum 11:12-Anschlusstreffer. Im dritten Versuch war Weber schließlich nach 38 Minuten erfolgreich. Zwischenzeitlich hatte Magdeburg mehrmals gepatzt, unter anderem war Robert Weber nicht in Torlaune.

Nach diesem 3:0-Lauf der Gastgeber zum 11:12 war die Spannung zurück. Sie gründete sie auf den Paraden Vortmanns, der bereits neunmal abgewehrt hatte. Im Angriff hatte Jurdzs den Knoten gelöst, die Sachsen traten nun druckvoll auf. Weber glich beim 15:15 (44.) aus. "Wir brauchen diese Kompaktheit in der Deckung wieder und im Angriff rein ins Eins-gegen-Eins", forderte SCM-Trainer Bennet Wiegert in einer Auszeit. Gegen die offensiv gestellte DHfK-Deckung fehlten aber die Ideen.

Mit viel Geduld und Kraft versuchte Magdeburg in dem zunehmend von Zweikämpfen geprägten Derby die Führung zu behalten. Musa setzte sich beim 17:18 (51.) durch. Hinten brillierte Green, der auch einige freie Würfe parierte, während sich seine Vorderleute wieder ihrer Aufgaben besannen. Damgaard belohnte die Gäste mit dem 17:19-Treffer (54.). Biegler reagierte, nahm den Torhüter aus dem Spiel, ließ zu siebt angreifen und sah in der Schlussphase den nötigen Fight seines Teams.

Zunächst folgte ein Treffer auf den anderen. Leipzig verkürzte immer wieder auf ein Tor. Beim SCM zeichnete sich bei der Torehatz Christiansen aus, beim SC DHfK waren es Janke und Weber, der auch 55 Sekunden vor Schluss zum 22:22 netzte. Christiansen erkämpfte im Gegenzug einen Siebenmeter, bei dem Musche an Putera scheiterte. Der Ball landete im Seitenaus. Für Magdeburg verblieben daher zehn Sekunden zum Siegtreffer, die Bennet Wiegert mit der Grünen Karte rettete. Damgaard nutzte diese, wie in der Auszeit besprochen, und warf den SCM in der Schlusssekunde zum umjubelten Derby-Sieg.

 

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