Harald Reinkind auf dem Weg nach Norden

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Er ist der Traum aller Schwiegermütter und hat, glaubt man diversen Quellen, den Anteil weiblicher Fans bei den Rhein-Neckar Löwen deutlich erhöht. Dabei ist Harald Reinkind nicht nur ein Bild von einem Mann, sondern auch ein Handballer mit gewaltigem Potenzial.

Bei den Löwen schaffte er den Sprung von der heimischen norwegischen Liga auf das höchste internationale Niveau und verdiente sich zunächst als Back-up von Alexander Petersson erste Sporen. In seiner vierten und nunmehr letzten Löwen-Saison zog er die Ausstiegsklausel in seinem Vertrag. Die nächste Station heißt THW Kiel.

„Ich bin sehr zufrieden mit meiner Zeit bei den Rhein-Neckar Löwen, ich durfte hier in einer tollen Mannschaft spielen. Zusammen haben wir viel erreicht – das werde ich nie vergessen“, sagt Harald Reinkind mit Blick auf insgesamt fünf Titel, die er mit den Gelben feierte. Dass es ihn nun in den hohen Norden zieht, habe mehrere Gründe. Letztlich ausschlaggebend sei aber das Gefühl, eine deutliche Tendenz zur Veränderung gewesen: „Es war einfach an der Zeit, etwas Neues zu probieren. In Kiel will ich den nächsten Schritt in meiner Karriere machen.“ Sein Ziel sei es, unter anderem noch mehr Spielanteile zu bekommen und damit einer der wichtigsten Spieler innerhalb der Mannschaft zu werden. Bei den Löwen war er in der Regel nicht über die Rolle des Ersatzmannes hinausgekommen. Nun will er zum Stammspieler reifen.

Die Anlagen dafür, da sind sich alle einig, hat der 1,97 Meter große „Harry“ allemal. Sein linker Arm ist eine absolute Waffe, das Tempo und die Wucht, welche er in seine Würfe bringen kann, sind nahezu atemberaubend. In dieser Saison sollte er nach dem Willen des Trainerteams einen weiteren Schritt nach vorne machen, hin zu mehr Verantwortung. Und Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen zeigte sich nach der ersten Saisonhälfte auch sehr zufrieden, lobte Reinkinds Entwicklung. Dass vor allem in der zweiten Phase der Spielzeit diese Entwicklung eher stagnierte, dürfte vor allem dem Linkshänder selbst zu denken gegeben haben. In Kiel nun will er neu angreifen. Dabei kommt er in einen Verein, der sich – ähnlich wie die Laufbahn von Harald Reinkind – im Umbruch befindet. „Dort sollten sie am besten die vergangene Saison vergessen. Im Juli werden die Karten neu gemischt. Ich denke, wir werden uns dort zusammen gut entwickeln. Allerdings ist der Druck hoch, wir müssen zeigen, was wir können.“

Eine lange Eingewöhnungszeit werde er wahrscheinlich nicht brauchen, sagt Harald Reinkind. Mit Hendrik Pekeler begleitet ihn ein Löwe an die Förde, THW-Keeper Niklas Landin kennt er noch aus früheren gemeinsamen Löwen-Zeiten. Eventuell werde ihm die Sprache ein paar Probleme bereiten. Aber das kennt er ja auch schon aus seiner Station im Rhein-Neckar-Kreis: „In Kronau sprechen sie auch einen sehr speziellen Dialekt.“ Genauso wie die Herzlichkeit der Menschen, seine Mitspieler und Betreuer werde er zum Beispiel auch das schöne Heidelberg vermissen. „Das Wetter war überragend, ich habe hier sehr gerne gewohnt. Die Stadt ist schön, hat genau die richtige Größe.“ In Kiel dürfte es zwar ähnlich überschaubar zugehen, die Sonnentage werden hingegen im Vergleich zur Perle am Neckar eher abnehmen. Und ob es rein vom sportlichen Erfolg her betrachtet nach vorne geht mit Harald Reinkind und dem THW, steht in den Sternen.

Als Teil der Rhein-Neckar Löwen feierte Harry seine erste deutsche Meisterschaft. Das sei der Moment gewesen, an den er sich am liebsten und auch am lebhaftesten erinnert: „Ein wahnsinniges Erlebnis war das. All diese Freude, die man bei allen gesehen hat. Auch für mich persönlich war das ein großes Ziel, einmal diese Schale zu gewinnen.“ Am meisten gelernt hat er von seinem Kompagnon auf der Halbrechts-Position. „Lexi ist ein vollkommener Profi in allem, was er macht. Deswegen ist er auch mit 37 Jahren noch so fit. Ich habe viel von ihm gelernt und werde viel mitnehmen auf meinen weiteren Weg“, sagt Harald Reinkind und adelt damit den nimmermüden Alex Petersson. Bei der Eingewöhnung in Deutschland habe ihn damals aber nicht nur der Isländer unterstützt. „Als ich hierhergekommen bin, war Vieles neu für mich. Es war ja das erste Mal, das ich weg von zuhause war. Dazu gab es die neue Sprache, einen neuen Trainer. Das war schon eine große Herausforderung. Aber die Leute im Verein waren sehr nett zu mir, haben mich gut unterstützt und mir viel geholfen.“

Auch wenn er in der nächsten Saison als Gegner zurück in die SAP Arena kommt. Harald Reinkind hat seinen Platz im Gedächtnis der Löwen-Anhänger - und deren Respekt - sicher.

 

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