Kribbeln vor dem Württembergischen Derby

(Foto: Stefan Luksch)

1.Bundesliga
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Es ist eines der Heimspiele, dem die Fans der SG BBM Bietigheim seit dem Aufstieg in die 1. Liga entgegengefiebert haben. Am Sonntag (16 Uhr) kommt mit Frisch Auf Göppingen der erste der beiden württembergischen Kontrahenten nach Bietigheim. „Wir hoffen natürlich auf Derbystimmung und eine volle EgeTrans Arena“, sagt Patrick Rentschler.

Es ist nicht nur das Duell der Brüder Patrick (SG BBM) und Marco Rentschler (FAG), das für die besonderen Momente in diesem Derby sorgen könnte. Beide haben das Handballspielen in Bietigheim erlernt, der Jüngere wechselte 2015 zu Frisch Auf. Jetzt treffen die beiden erstmals in einem Pflichtspiel aufeinander. Mit Hartmut Mayerhoffer steht der Aufstiegstrainer der letzten Saison jetzt bei Göppingen an der Seitenlinie - eine besondere Konstellation. „Klar, wir spielen schon noch einige Spielzüge, die er kennt“, bemerkt Rentschler. Und schließlich kommt mit Frisch Auf Göppingen schlichtweg der Traditionsverein im württembergischen Handball nach Bietigheim.

Nach einem glänzenden Start in die Saison mit 8:2 Punkten scheinen die Filstäler ihre Vormachtstellung innerhalb des württembergischen Bundesliga-Trios weiter behaupten zu können. Am letzten Sonntag setzte sich Frisch Auf gegen den TVB Stuttgart mit 31:25 durch und katapultierte sich damit bis auf Rang 4. Ein Einstand nach Maß für Mayerhoffer unter dem Hohenstaufen. „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass Göppingen einen solchen super Start hinlegt“, sagt auch Patrick, der ältere der Rentschler-Brüder und Kapitän des Aufsteigers. Die Rollen sind damit allerdings klar verteilt, denn der Neuling wartet auch nach fünf Partien weiter auf seinen ersten Punkterfolg und ist im Württemberg-Derby einmal mehr der klare Außenseiter.

Die 0:10 Punkte und der Platz am Tabellenende sind eine Konstellation, die man in Bietigheim angesichts des Hammerprogramms zum Saisonauftakt auch mental durchgespielt hat. Die entscheidenden Spiele um den Klassenerhalt kommen erst noch, ist man sich an Metter und Enz sicher. Die Saison ist noch jung. „Wir werden uns dadurch nicht unterkriegen lassen“, stellt auch Patrick Rentschler klar. „Die Stimmung in der Mannschaft ist ok.“ Wobei auch der Bietigheimer Kreisläufer der einen oder anderen Gelegenheit nachtrauert: „Zu Beginn in Wetzlar oder in Leipzig wäre für uns sicher mehr drin gewesen“. Die ersten Punkte könnten ohne Frage wie ein Befreiungsschlag wirken beim noch sieglosen Aufsteiger. Ein Heimerfolg ausgerechnet gegen Frisch Auf, wie ihn die Bietigheimer schon in ihrer ersten Bundesligasaison 2014/15 feiern durften, wäre nur allzu verlockend. „Das wird allerdings ein dickes Brett“, muss auch der Bietigheimer Abwehrchef eingestehen.

Hartmut Mayerhoffer scheint in seinen ersten Wochen in Göppingen den Nerv der Mannschaft getroffen zu haben. Die Neuzugänge Ivan Sliskovic (Celje) und Nemanja Zelenovic (Magdeburg) im linken und rechten Rückraum passen ins Team, der Tempohandball a la Mayerhoffer wird in Göppingen aus einer stabilen Abwehr Erfolg bringend umgesetzt. Das lässt sich auch daran ablesen, dass die beiden schnellen Außen Marcel Schiller (links) und Marco Rentschler (rechts) die interne Torschützenliste in Göppingen anführen. „Marco wird dadurch unter Hartmut Mayerhoffer sicher noch einmal einen Schub erfahren“, ist sich sein Bruder Patrick sicher.

Der nach einer Ellbogenverletzung angeschlagene Bietigheimer Abwehrchef biss am vergangenen Sonntag die Zähne zusammen und spielte beim THW zumindest eine Halbzeit lang. „Es wäre schon bitter gewesen, wenn ich das Spiel in Kiel wie schon 2014 erneut verpasst hätte“, sagt er und meldet in der Trainingswoche grünes Licht. „Wir müssen es endlich schaffen, auch in der zweiten Halbzeit noch dran zu bleiben“, gibt das 27-jährige Bietigheimer Urgestein die Marschrichtung für den Sonntag vor. In Kiel ist das nach einem knappen 10:13-Rückstand zur Pause nicht gelungen. Wie schon gegen die Rhein-Neckar Löwen wurde die 20:34-Niederlage am Ende zu deutlich. „Nach so einer klaren Niederlage ist die Stimmung einen Tag lang schon mies“, gesteht Rentschler. Mit dem Göppingen-Spiel vor der Brust musste das jedoch zügig abgehakt werden. Am Sonntag wollen er und seine Mitstreiter dem Tabellenvierten mit dem eigenen Publikum im Rücken definitiv einen heißen Kampf liefern. SG BBM-Coach Ralf Bader wird weiter auf den erkrankten Norweger Vetle Rønningen verzichten müssen, die Aufstellung wird deshalb dieselbe sein wie in Kiel.

Bericht: Bernhard Gaus

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