Lübeck oder Rom ist die Frage für Konstanz

Foto: Peter Pisa

2.Bundesliga
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Lübeck oder Rom, das ist mal wieder die Frage. Vier Grad und Regen bietet die Ostsee am Samstag, 18 und Sonnenschein die italienische Hauptstadt. Beide Städte liegen von Konstanz fast gleich weit entfernt.

Zum Abschluss der Topspiel-Wochen, in denen die HSG Konstanz zuletzt ausschließlich gegen die Top Vier der 2. Bundesliga plus Erstliga-Absteiger HSC 2000 Coburg antreten musste, wartet die mit fast 900 Kilometern längste Auswärtsfahrt der Saison – und die längste in den großen Mannschaftssporten der ganzen Bundesrepublik. In Lübeck muss sich der südlichste Bundesligist beim nördlichsten behaupten und ist dabei bei einem „echten Topteam“, so HSG-Trainer Daniel Eblen, wie schon in den Wochen zuvor krasser Außenseiter.

Schon am Freitagmittag macht sich der HSG-Tross dafür auf gen Norden, wird vor den Toren Hamburgs übernachten und am Tag darauf versuchen, im fünften Spiel in Folge gegen die ganz großen den Liga die erste Überraschung zu landen, nachdem die Gelb-Blauen vom Bodensee zuletzt zwar viel Lob für gute Leistungen erhielten, sich dabei aber nichts Zählbares sichern konnten. „Klar, ein bisschen enttäuscht waren wir alle“, gesteht Daniel Eblen nach dem 26:30 gegen den ungeschlagenen Tabellenführer Bergischer HC und die unglückliche Niederlage in Coburg (28:31) und fügt an: „Wir hatten in allen Spielen gegen die Großen Phasen, in denen wir zu viel hergeben.“ Das vorrangige Ziel ist daher konstant die guten Vorstellungen der letzten Wochen abzuliefern um dann, wenn sich die Chance bietet, die nächsten Punkte zu sichern. „Dafür müssen wir weiter sehr hart arbeiten“, zeichnet Eblen harte Trainingseinheiten voraus, „um dann genau dies in den entscheidenden Spielen abrufen zu können.“

Erschwert wird ihm die Trainingsarbeit und die Mission „Überraschung im Norden“ durch eine weiter sehr problematische Personalsituation. Neben vier langfristigen Ausfällen musste der A-Lizenzinhaber wieder die beiden etatmäßigen Torhüter Konstantin Poltrum und Stefan Hanemann verzichten – und wird dies wohl auch in Schleswig-Holstein müssen. Bei beiden steht die Ampel auf Rot für einen Einsatz, endgültig wird die Entscheidung allerdings erst am Freitagmorgen vor der Abfahrt getroffen. „Das macht die Arbeit und die Aufgabe nicht leichter“, zuckt der HSG-Coach mit den Schultern, schiebt aber gleich hinterher: „Dennoch wird konzentriert gearbeitet und nicht gejammert. Wir suchen keine Ausreden und es gibt keinen Grund mit angelegten Ohren nach Lübeck zu fahren.“

Die Klasse des Gegners, sie muss nicht extra betont werden. Mit einer der stärksten Abwehrreihen und Dennis Klockmann, einem der seit Jahren besten Schlussmänner der Liga, rührt der VfL vor allem Beton in der Abwehr an und hat ein ganz schwer zu überwindendes Bollwerk. In der Offensive tut sich der umfirmierte, vormals als VfL Bad Schwartau antretende Tabellenvierte, der das klare Ziel verfolgt, in den nächsten Jahren in die 1. Bundesliga zurückzukehren, jedoch hin und wieder schwer, trotz doppelter Besetzung auf jeder Position. Bei den drei Saisonniederlagen gelangen dem Team aus der 216 000-Einwohner zählenden Hansestadt lediglich 17, 21 und zuletzt 22 Treffer beim 22:32 in Emsdetten.

„Sie spielen über Jahre zusammen, sind sehr stabil und haben sowohl einzeln als auch als Team einige Schritte nach vorne gemacht“, drückt Eblen seine Wertschätzung für die Arbeit von Trainer Torge Greve aus, mit dem er zusammen die A-Lizenz erworben hat und hält fest: „Sie sind ein konstantes Topteam, das vor allem in der Abwehr über ganz viel Selbstvertrauen und Routine verfügt.“ Doch auch er kann sich auf eine ansteigende Form seiner Leistungsträger verlassen. Vor allem Rückraumkanonier Mathias Riedel (siehe Foto) kommt nach längeren Verletzungspausen wieder immer besser in Tritt und „hat richtig gut gespielt“, wie sein Trainer lobt.

So möchte der 43-Jährige „in sämtlichen Spielphasen einigermaßen auf Augenhöhe“ agieren, um nicht „auf einen Schlag und mit gravierenden Fehlern“ mehrere Gegentore in Folge hinnehmen zu müssen. Vor allem sieht der Konstanzer Übungsleiter nur eine Aussicht auf Erfolg in der Marmeladenstadt, sofern sich seine Mannschaft wieder annährend so in der Abwehr präsentiert wie in der letzten Saison, als es ihr als erstes Team gelang, mit einer hervorragenden Leistung einen Punkt aus Lübeck zu entführen. Beim 23:23 hatte die HSG sogar noch den letzten Angriff, freute sich aber auch so über einen echten Coup. „Wenn wir selbst nicht gut decken, werden wir es schwer haben“, zeigt Eblen die einzige Chance als Underdog auf. Denn auch wenn er sich die Serie gegen die Topteams der Liga ganz am Anfang der Saison zum Einspielen gewünscht hätte, jedes Spiel muss mit 100 Prozent angegangen werden, so seine Forderung. Er ist sich sicher: „Die nächsten Wochen werden nicht einfacher, hier liegen die Schwierigkeiten nur in anderen Bereichen.“ Ein Coup wie im letzten Jahr, er würde somit vieles leichter machen. Nicht nur die 900 Kilometer lange Heimfahrt.

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