Konstanz will Punkte aus Hildesheim

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Der erste Schritt wäre gemacht. Mit einem guten kämpferischen Auftritt und dem Punktgewinn gegen die Rhein Vikings aus Düsseldorf konnte sich die HSG Konstanz an Saarlouis vorbeischieben und den Rückstand auf die sichere Zone auf vier Punkte verkürzen.

Doch die Wochen der Wahrheit gehen unvermittelt weiter. Es geht „Schlag auf Schlag“ wie HSG-Cheftrainer Daniel Eblen formuliert. Am Sonntag, 17 Uhr, gastiert Konstanz im knapp 700 Kilometer entfernten Hildesheim beim Tabellen-17. zum nächsten Entscheidungsspiel im engen Rennen um den Klassenerhalt.

Denn lediglich drei Zähler beträgt der Vorsprung der Niedersachen auf die Gelb-Blauen vom Bodensee. Dieser ist allen auf die unglückliche 27:28-Niederlage der Konstanzer im Hinspiel zurückzuführen, als ein deutlicher Vorsprung in der zweiten Halbzeit verspielt wurde und trotz erneuten Ausgleichs in der Endphase am Schluss eine von vier Niederlagen mit nur einem Tor quittiert werden musste. „Das war keines unserer besseren Spiele“, drückt sich Daniel Eblen noch vornehm aus, angesichts der damals frappierend hohen Fehlerquote und ungenügender Chancenverwertung, die Hildesheim ausnutzte. Doch Konstanz befindet sich deutlich im Aufwind, hat Selbstvertrauen getankt und geht mit Rückenwind in das Rückspiel.

Nach einem „sehr anstrengenden Spiel gegen starke Vikings“, so Eblen, wurde die Aufholjagd der HSG dieses Mal zumindest mit einem Teilerfolg belohnt. „Es war für uns ein sehr kompliziertes Spiel“, blickt der A-Lizenzinhaber zurück. „Tom Wolf konnte aufgrund seiner Verletzung nur im Angriff spielen und wir mussten für ihn, der er dort zuletzt einen wichtigen Part übernommen hat, neue Lösungen finden. Und auch sein Einsatz im Angriff hat gedauert, bis wir seine Schulter warm bekommen haben.“ Deshalb war er am Ende auch „froh über den Punkt“ und trauerte der möglichen Siegchance nicht hinterher.

Vielmehr ging der Blick sofort voraus auf Hildesheim, wo wie schon gegen Düsseldorf noch einiges aus dem Hinspiel gutzumachen ist. Umso glücklicher ist der HSG-Coach, dass sich die guten Eindrücke aus der Vorbereitung auch in dieser Woche bestätigt und fortgeführt haben. „Die Jungs stehen ganz eng zusammen“, sagt er. „Düsseldorf war die erste Etappe, jetzt geht es Woche für Woche Schlag auf Schlag.“ Die Hoffnungen auf Konstanzer Seite ruhen auch darauf, dass sich Paul Kaletsch (Trainingsrückstand) und Michael Oehler nach langer Verletzungspause wieder eine Woche mehr im Training befinden. Außerdem hofft er, dass sich Konstantin Poltrum am Sonntag wieder im Vollbesitz seiner Kräfte befindet. „Wir hatten eine gute Woche, haben gut trainiert“, ist der dienstälteste Trainer im deutschen Profihandball (seit Anfang 2004 im Amt) zuversichtlich und kann vermelden, dass Tom Wolf ebenfalls wohl wieder in Offensive und Defensive zur Verfügung stehen wird.

Vor allem gegen das geniale Dreigestirn um Shooter Savvas Savvas, Mittelmann Robin John und Kreisläufer Nikolaos Tzoufras wird dies Gold wert sein. 353 von 520 Eintracht Toren gehen auf das Konto des „magischen Hildesheimer Dreiecks“. Savvas Savvas ist zudem mit 178 Saisontoren mit großem Vorsprung Toptorschütze der 2. Bundesliga – kein Wunder, dass er kommende Saison zum Erstligisten GWD Minden wechseln wird. Eblen: „Diese Achse ist schon Zweitliga-Spitzenniveau, da passiert richtig viel.“ Zwar heißt das für den 43-Jährigen nicht, dass der Rest der Mannschaft schwach sei, aber: „Dieses Trio macht Hildesheim schon besonders.“

In der EM-Spielpause hat die Hildesheimer Eintracht indes nicht nur Julius Heil von der HSG sondern auch noch den Schweizer Ex-Nationalspieler Jost Brücker vom HC Kriens-Luzern und Linkshänder Radek Doležel vom tschechischen Club HC Zlín neu unter Vertrag genommen. Ansonsten wird vor allem griechisch im Team des Ex-Erstligisten von Trainer- und Manager-Urgestein Gerald Oberbeck gesprochen. Gleich fünf Spieler kommen aus dem südeuropäischen Urlaubsparadies. Nikos Tzoufras, Adam Papadopoulos, Nikos Passidas, Spyridon Cherouveim und eben Savvas Savvas sind allesamt Leistungsträger. Die HSG Konstanz kann sich bei der schweren Aufgabe trotz der langen Anreise und des deswegen arbeitnehmerunfreundlichen Spieltermins am Sonntagabend auf eine stattliche Zahl an Schlachtenbummlern verlassen, die privat mit dem PKW die Reise auf sich nehmen. „Wow“, entfährt es Daniel Eblen bei dieser Nachricht. „Wenn wir die gelben Trikots und Fahnen sehen, wird das die Jungs zusätzlich anstacheln. Es geht nun um keinen Schönheitspreis, es zählen nur die Punkte – und wir glauben alle an unsere Chance auf den Klassenerhalt.“

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