Konstanz-Talent Samuel Löffler im Interview

Foto: Peter Pisa

2.Bundesliga
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Mit 19 Jahren ist Samuel Löffler der jüngste Spieler im Zweitliga-Kader der HSG Konstanz – und einer der Hoffnungsträger für die nächsten Jahre. Das Konstanzer Eigengewächs, das durch die Jugend der HSG ging und erst kürzlich Meister mit der U23 wurde, konnte mit seinen schnellen Beinen gegen Dresden mit einigen herausgeholten Siebenmetern und Zeitstrafen zum 24:21-Erfolg beitragen.

Im Interview mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas blickt er auf das Wechselbad der Gefühle nach dem Spiel zurück, spricht über die kurz- und mittelfristigen Ziele und die wiedergefundene Abwehrstärke.

Endlich gewonnen und dennoch im selben Moment die Gewissheit, dass es nicht für den erneuten Klassenerhalt gereicht hat. Wie hast Du die Minuten nach dem Schlusspfiff erlebt?
Das war schon komisch. Wir haben noch einmal mit einem guten Spiel gezeigt, dass wir eine gute Mannschaft haben und in dieser Liga bestehen können. Dementsprechend hat man sich die ersten Minuten gefühlt, ehe die Nachricht der anderen Ergebnisse und die Gewissheit kam, dass es nicht gereicht hat. Dann waren wir alle niedergeschlagen. Es war ein Wechselbad der Gefühle.

Dennoch gab es vor und nach dem Schlusspfiff minutenlange stehende Ovationen – trotz feststehenden Abstiegs.
Das war klasse. Ich glaube das gibt es wirklich nicht oft, dass die Fans hinter dem Team stehen, egal was passiert und in welcher Liga. Wir haben uns auch über den offenen Brief des Fanclubs vor dem Spiel sehr gefreut, in dem die Mitglieder uns ihre bedingungslose Unterstützung auch in Liga drei angekündigt haben. Diese Unterstützung von der ganzen Tribüne macht es auch so einzigartig hier in Konstanz zu spielen.

Was sind nun noch die Ziele für die nächsten Wochen?
Ziel muss es sein, uns, den Fans und der Liga zu zeigen, dass wir eine gute Mannschaft sind und eigentlich in diese Liga gehören. Wir wollen gewinnen und uns mit einem Knall aus der 2. Bundesliga verabschieden. Und dann greifen wir die nächste Saison wieder an und wollen wieder hoch.

Du selbst bist mit tollen Antritten in das Spiel gekommen. Der erste Versuch endete im Offensivfoul, danach hast Du allerdings einige Siebenmeter und Zeitstrafen herausgeholt. Bist Du zufrieden?
(lächelt) Ich musste erst einmal in die Partie finden, das hat man in der ersten Aktion gesehen. Das Vertrauen des Trainers, der Jungs und der Fans hat mich danach jedoch super gespusht. Ich habe alles gegeben und mich wohl gefühlt. Ich versuche in jedem Training und in jedem Spiel so viel wie möglich mitzunehmen, gerade in Sachen Erfahrung. Ich möchte immer alles geben, egal ob von der Bank aus oder auf dem Spielfeld. Es hat mich natürlich sehr gefreut, dass ich länger zum Einsatz kam und es so gut geklappt hat.

Der Prozess der Aufarbeitung läuft sicher noch. Gibt es dennoch schon Gründe, die ihr für das verfehlte Ziel Klassenerhalt ausgemacht habt?
Das ist schwierig zu sagen. In den letzten Wochen hatten wir es schon nicht mehr in der eigenen Hand. Davor hätten wir mehr Punkte holen müssen, haben viele Niederlagen mit einem Tor kassiert und es vor allem selbst verbockt. Es wäre mehr möglich gewesen. Wir haben unser Leistungsvermögen viel zu selten kontant über die volle Spielzeit auf die Platte bekommen. Das war am Ende zu wenig.

Wie wichtig war der Sieg gegen Dresden dennoch, vor allem mit Blick auf das Selbstvertrauen?
Das hat sehr gut getan. Es ist uns wichtig, nochmal uns selbst und allen zu zeigen, dass wir auch gegen Teams aus dem oberen Mittelfeld gewinnen und bestehen können. Wir haben eine super Abwehr hingestellt, wenig Gegentore zugelassen und viel Tempo nach vorne gemacht. Das gibt Schwung für die nächsten Spiele und auch für die nächste Saison. Wir wollen gut abschließen, um ein besseres Gefühl dafür zu haben, was im Team steckt und was möglich ist. Dies wollen wir in der nächsten Spielzeit zeigen.

Wie habt Ihr wieder zu alter Stärke in der Defensive gefunden, zu alter Aggressivität und Galligkeit?
Wir haben im Training intensiv daran gearbeitet. Dazu war die Stimmung anders. Es kommt in der Defensive ganz besonders auf Emotionen und die Stimmung an – und wie man in das Spiel kommt. Wenn man merkt es stimmt, spielt man sich zusammen mit dem Torwart und den Fans in einen Rausch. Das hat super geklappt.

Fragen: Andreas Joas

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