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Georg Pöhle ist Neuzugang und Leistungsträger bei der HSG Nordhorn-Lingen. Mit 79 Saisontoren ist Georg Pöhle mit Abstand der beste Torschütze seines neuen Vereins. Mit uns hat der ambitionierte Rückraumspieler im Interview der Woche über den Doppelspieltag, seine Karriereziele und über nächtliche Darts-Duelle gesprochen.

Hallo Georg, mit drei Punkten aus dem Doppelspieltag seid ihr auf Platz Sechs geklettert. Wie zufrieden seid ihr mit dem Wochenende?

Georg Pöhle: Grundlegend sind wir mit den drei Punkten sehr zufrieden. Klar, dass wir gegen den Dessau-Roßlauer HV am Ende noch einen Siebenmeter gegen uns gepfiffen bekommen und der dann reingeht ist unglücklich. Dennoch können wir zufrieden sein. Vor allem, wenn man unsere momentane Personalsituation betrachtet.

Gerade der Sieg in Hamburg war bestimmt ein besonderes Erlebnis, oder?

Georg Pöhle: In so einer Halle wie der Barclaycard-Arena zu spielen ist etwas ganz Besonderes, das stimmt. Aber auch dort ist das Spielfeld gleich groß wie in jeder anderen Halle und für uns hat nur der Sieg gezählt.

Du persönlich warst richtig "on fire". In den zwei Spielen hast du insgesamt 20 Tore geworfen und warst zwei Mal in der Mannschaft des Spieltags.

Georg Pöhle: (lacht) Es lief ganz gut würde ich sagen. Wir haben zurzeit einige Verletzte und können wenig wechseln. Da fällt die Spielzeit für die fitten Spieler natürlich länger aus. Daraus resultieren mehr Würfe und Tore. Wir alle müssen mehr Verantwortung übernehmen. Hoffentlich läuft es weiter so gut.

Wie kann man seine Topform nach nur einem Tag Pause direkt wieder abrufen?

Georg Pöhle: Im zweiten Spiel merkt man schon, dass die Leistungskurve nach unten geht und die Kraft schwindet. Man kann sich das aber auch einteilen und hinauszögern, indem man das Spiel ein bisschen verschleppt und die Angriffe länger ausspielt.

So ein Doppelspieltag ist eine Ausnahmesituation. Beschreibe uns das doch mal aus der Sicht eines Spielers.

Georg Pöhle: Die Woche vor dem ersten Spiel ist eigentlich relativ normal. Wir bereiten uns über die komplette Woche auf den ersten Gegner vor. Das Krasse ist dann das zweite Spiel. Mit Abpfiff des ersten Spiels geht es sofort los mit der Regeneration und der Vorbereitung auf den nächsten Gegner. Da bleibt nicht viel Zeit zum Durchschnaufen. Am Samstag schauen wir viel Video vom nächsten Gegner. Das, was wir normal in zwei, drei Tagen schauen, schauen wir an so einem Tag in ein paar Stunden. Du musst das Spielsystem vom alten Gegner vergessen und das vom nächsten Gegner so schnell wie möglich in deinem Kopf abspeichern. An so einem Wochenende stößt du als Spieler nicht nur körperlich, sondern auch mental an deine Grenzen.

Nach 13 Spieltagen für die HSG Nordhorn-Lingen: Hast du dich gut eingelebt?

Georg Pöhle: Sehr gut sogar. Die Jungs haben mich super aufgenommen. Wir haben relativ früh sehr viel miteinander gemacht. Das ist für die Team-Chemie sehr wichtig. Die Stadt ist auch sehr schön. Ich fühle mich hier sehr wohl.

Du spielst bisher eine starke Saison. Mit 79 Saisontreffern hast du 30 Tore mehr erzielt, als der zweitbeste Werfer aus deiner Mannschaft.

Georg Pöhle: Ich versuche einfach, jedes Spiel mein Bestes zu geben und der Mannschaft dabei zu helfen zu Gewinnen. Wenn es heißt, dass ich für die Tore zuständig bin, dann mache ich das gerne. Man kann aber auch gute Spiele machen und kein einziges Tor erzielen.

Momentan liegst du auf persönlichem Rekordkurs. in deiner bisher besten Saison hast du 225 Tore geworfen. Hältst du diese Form, werden es am Ende 231. Hast du dir persönliche Ziele gesetzt?

Georg Pöhle: (lacht) Das war mir bisher gar nicht bewusst. Persönliche Ziele habe ich mir aber nicht gesetzt. Ich will einfach, dass die Mannschaft gewinnt.

Du bist gerade einmal 24 Jahre alt und spielst schon deine sechste Saison in den ersten drei Ligen. Zählst du dich eher zu den alten Hasen oder noch zu den Jungen?

Georg Pöhle: Als erfahrener Hase sehe ich mich noch nicht. Da gibt es schon noch ein paar ältere Spieler bei uns in Nordhorn, die diese Rolle übernehmen. Ich versuche aber schon meine Erfahrung und die Sachen, die ich bei meinen vorherigen Stationen gelernt habe, einzubringen. Ich lerne aber nie aus.

Wo kannst du dich noch weiterentwickeln?

Georg Pöhle: Prinzipiell überall. Ich bin ein Typ, der sehr akribisch ist und mit sich selten zufrieden ist. Ich schaue mir regelmäßig Videos von unseren Spielen an und analysiere, wie ich gespielt habe und woran ich arbeiten kann.

Was sind deine Ziele für die Zukunft?

Georg Pöhle: Mein Traum ist es in der DKB Handball-Bundesliga zu spielen. Dieses Ziel verfolge und forciere ich seit Jahren. Da will ich hin.

Kommen wir zum privaten Teil: Dein ehemaliger Mitbewohner Marten Franke hat uns gesteckt, dass du gegen ihn im Darts immer haushoch verloren hast.

Georg Pöhle: (lacht) Auf gar keinen Fall! Das kann ich so nicht bestätigen.

Wie war es dann?

Georg Pöhle: Wir hatten damals eine Dartsscheibe in der WG hängen und es gab hitzige Duelle, zum Teil bis spät in die Nacht hinein. Aber dass ich immer haushoch gegen ihn verloren hätte, das stimmt so nicht. Es war sehr ausgeglichen.

Marten hat uns auch erzählt, dass du ein Faible für US-Sport hast. Was magst du lieber, NBA oder NFL?

Georg Pöhle: Schwierige Frage. Wenn du mich jetzt so vor die Wahl stellst, dann nehme ich die NBA. Die verfolge ich schon länger als die NFL.

Wie kam’s dazu?

Georg Pöhle: Ich habe schon immer gerne Basketball gespielt. In den meisten Turnhallen hängt neben den Toren einfach ein Basketballkorb. Da ich auch nie der begnadetste Fußballspieler war und auch nicht mehr werde, habe ich mich nie sonderlich für diesen Sport interessiert. Deshalb ist es der Basketball und die NBA geworden.

Gibt es ein Lieblingsteam oder einen Lieblingsspieler?

Georg Pöhle: Ein Lieblingsteam habe ich nicht. Ich schaue mir gerne Spiele von Teams an, die den Gegner dominieren oder die über sich hinauswachsen. Als Spieler muss ich Dirk Nowitzki nennen. Er ist für mich in Sachen Arbeitseifer und Charakter ein echtes Vorbild.

Vielen Dank für das Gespräch.

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