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Oberliga (MPE Celle)

Celler Handball-Legende Jörg Oehus hört auf

Eingestellt vor 49 Tage(n), 0 Stunden und 59 Minuten
24.07.10 • von Jürgen Poestges

Als „Legende“ würde er sich selber nie bezeichnen. Aber zumindest für die Celler Handball-Szene ist Jörg Oehus, der Torhüter des Oberligisten MTV Post Eintracht Celle, sicherlich so etwas. Am 31. Juli nimmt der 1,93-Meter-Hüne nun endgültig seinen Hut. Dann steht in der HBG-Halle das Abschiedsspiel des 40-Jährigen auf dem Programm.

Man sagt, der Sport braucht Typen – und dass es immer weniger davon gibt. Am nächsten Sonnabend. 31. Juli, verlässt ein Celler Handballer die Bühne, der den Anspruch eines Typen mehr als erfüllt: Jörg Oehus tritt mit 40 Jahren zwischen den Pfosten eines Handball-Tores zurück „Ich bin jetzt 40 Jahre. Irgendwann muss es auch einmal gut sein. Und ich möchte endlich auch einmal in den Winterurlaub fahren, ohne auf einen Spielplan schauen zu müssen“, sagt der Torhüter, der beim Oberligisten MTV Post Eintracht Celle spielte.

Zu verdanken hat die Handball-Welt diesen eigenwilligen Keeper letztlich dessen Mutter. Oehus: „Sie hat mir verboten, Fußball zu spielen, weil ich mich da so dreckig gemacht habe. Eigentlich wollte ich Fußball-Torwart werden.“ Und so kam er 1981 über seinen Freund Immo Kresse zum Handball, der nahm ihn mit zum Training beim MTV Celle.

Und schon ab der B-Jugend erwirkte Oehus die Aufmerksamkeit des Herren-Trainers Bernd Munck. „Er hat mich sehr gefördert, ich habe regelmäßig bei den Herren mittrainiert.“

Mit dem MTV stieg er bis in die Regionalliga auf, wechselte dann 1991 nach Nordhorn. Hier war es Trainer Conny Todusie, der das Talent des Torhüters erkannte und weiter förderte. Dort spielte er auch einige Zeit mit der „Handball-Legende“ Jochen Fraatz zusammen, der aus Lemgo kam. Oehus: „Es war beeindruckend, zu sehen, wie er trainierte und spielte.“ In Nordhorn spielte Oehus ebenso wie danach in Emden und Bad Salzuflen in der Regionalliga und in der 2. Liga.

Den Traum, einmal in der 1. Liga zu spielen, konnte sich der 1,93-Meter-Hüne zwar nie erfüllen. Aber für den HSG Nordhorn stand er einmal bei einem Europapokalspiel zwischen den Pfosten. Der Stammtorhüter der Bundesliga-Mannschaft hatte sich verletzt, Oehus musste dem Team hinterherreisen zum SPE Strovolos Nikosia auf Zypern. „Da kommst Du in eine Halle, die sieht aus wie eine umgebaute Garage“, erinnert sich Oehus. Da saßen vielleicht zehn Zuschauer. Einer hatte eine Tröte, die durfte er dann aber nicht mehr benutzen. Da war es völlig ruhig in der Halle.“ Nordhorn hat die Partie 34:30 gewonnen – nicht zuletzt, weil Oehus zwei Siebenmeter gehalten hatte.

Seinen Posten als Co-Trainer bei den Handball-Zweitliga-Damen von SVG Celle will Oehus aber weiter ausüben. „Wir sind da ein tolles Team um Martin Kahle. Es macht mir riesigen Spaß, da mit zu arbeiten. Obwohl ich mir eigentlich nie vorstellen konnte, eine Frauenmannschaft zu trainieren.“ Und so ganz kann er die Sportschuhe nicht an den Nagel hängen. In der 3. Mannschaft von MPE will er noch ein wenig spielen – in der Regionsklasse. Aber nicht im Tor. „Da wäre ich zu ehrgeizig.“ Stattdessen wird er sich am Kreis versuchen.

Foto: Jörg Oehus Foto: Jürgen Poestges


Quelle: Cellesche Zeitung


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