Youngsters Suton und Michalczik im Fokus

Foto: Sascha Klahn

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Wenn man in den Tagen von Japan vor und nach den Trainingseinheiten den Ballsack sucht, dann ist er zumeist, bestens bewacht, in den Händen von Marian Michalczik oder Tim Suton. Eine Aufgabe, die traditionell von den jüngsten Spielern im 19er-Kader der deutschen Nationalmannschaft erledigt wird.

Suton vom TBV Lemgo ist 22 Jahre alt, Michalczik von der TSV GWD Minden seit Februar 21. Zwei Youngsters, die sich während der Einheiten auf der Platte voll reinhängen – und auch abseits der Platte voll integriert sind. „Wir haben eine offene Truppe, keiner legt einem Steine in die Wege und gönnt uns, dass wir hier sind“, sagt Michalczik stellvertretend für beide.

Für Suton und Michalczik ist die Reise nach Japan eine Premiere: Erstmals sind beide nach Asien gereist. „Das ist schon ein Kulturschock. Die Menschen ticken anders als in Europa, aber das Gefühl ist ein sehr positives“, sagt Suton. Einzig das Essen macht Michalczik kleine Probleme, wie der 21-Jährige mit einem Augenzwinkern und Grinsen im Gesicht zugibt. Dennoch sind die kulturellen Erfahrungen der letzten Tage sehr positiv, wie beide bestätigen.

Neben Handball stand in den Tagen von Japan mit Ausflügen zum Rafting oder einer Teezeremonie auch Teambuilding auf dem Programm. Michalczik: „Wir haben viel Spaß zusammen und abseits der Halle einiges erlebt, das ist sehr gut für den Teamgeist.“ Ein Eindruck, den auch Suton gewonnen hat. „Die Sachen greifen immer mehr ineinander“, so der 22-Jährige.

Warum die beiden den Sprung nach Japan geschafft haben erklärt Bundestrainer Christian Prokop: „Ich habe sie bewusst in den Kader der Japan-Reise berufen, weil sie aktuell zu den konstantesten deutschen Spieler in der Bundesliga zählen und entscheidende Rollen in ihren Klubs einnehmen. Dadurch Sie sind zu Recht dabei.“

Ein Blick in die bisherigen DHB-Karrieren beider Spieler zeigen einige Gemeinsamkeiten. Ihr gemeinsamer Weg in den Nachwuchs-Nationalmann-schaften des Deutschen Handballbundes ist zwar nur kurz, aber dafür sehr erfolgreiche Zeit. Im August 2016 gewannen sie mit der Junioren-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Dänemark die Silbermedaille. Für Suton, der auch in das All Star-Team gewählt wurde, ist es die zweite Medaille im Nachwuchsbereich nach der Bronzemedaille bei der EM 2013 in Ungarn. Ihr bisher größter Erfolg im Nationalmannschaftstrikot.

„Nachwuchsturniere sind wichtig für die Entwicklung, genauso wie Erfolg“, sagt der Rückraumspieler vom TBV Lemgo. Ähnlich sieht das der ein Jahr jüngere Michalczik: „Die Erinnerungen bleiben und die Erfahrungen sind sehr wertvoll, die man im Nachwuchsbereich sammelt.“ Nach der erfolg-reichen EM 2016 trennen sich zunächst ihre Wege in der DHB-Auswahl.

In der A-Nationalmannschaft treffen beide bereits ein Jahr später wieder aufeinander: Sie absolvieren gegen die Schweiz im Juni 2017 beide ihr erstes Länderspiel. Mittlerweile sind es fünf Einsätze bei Tim Suton, Marian Michalczik lief sieben Mal für Deutschland auf. Ein Großturnier in der Männer-Nationalmannschaft haben beide noch nicht bestritten.

Die nächste Möglichkeit darauf bietet die Heim-WM im kommenden Januar. Ein großes Ziel der Nationalmannschaft, auch der beiden Youngsters im DHB-Dress, wenn gleich sie mit Demut an ihre WM-Chancen denken.

„Vor allem für uns junge Spieler wird das ein langer steiniger Weg in den WM-Kader. Einige Spieler sind hier in Japan verletzungsbedingt nicht dabei, dennoch ist es ein tolles Gefühl, die Erlebnisse hier in Japan aufzusaugen. Eine Teilnahme an der WM im kommenden Jahr wäre auf jeden Fall eine riesen Sache“, sagt Michalczik.

Eine Meinung, die Suton mit seinem jungen Teamkollegen teilt: „Es wäre eine geile Sache, dabei zu sein. Wir haben aber in Deutschland 20 Rückraumspieler auf einem sehr guten Niveau und wenn man dabei ist, ist es schön, besonders zur WM, wenn nicht, ist es auch kein großer Misserfolg.“

Bundestrainer Prokop hat eine hohe Meinung vom jungen Rückraum-Duo: „Beide sind in der Abwehr und Angriff gleichermaßen wichtig und gefragt und damit natürlich auch sehr interessant für unsere Nationalmannschaft. Sie sind sehr ehrgeizig und taktisch intelligent, was wichtig ist, eine gegnerorientierte Spielauffassung umsetzen zu können. Ich wünsche und prophezeie beiden eine sehr gute Zukunft, wenn es ihnen gelingt, weiter hart an sich zu arbeiten, auf dem Boden zu bleiben und ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.“

Michalczik ist „in der Abwehr flexibel einsetzbar auf der Halbposition und in der Innenblockverteidigung. Vorne schafft er mit seinem starken Eins-gegen-Eins-Spiel Räume für andere Spieler“, ergänzt Prokop. Bei Suton schätzt der 39-Jährige vor allem, dass „er ein sehr geradliniger Spieler ist. Er geht im Angriff mit 100 Prozent Einsatz ins Eins-gegen-Eins und schafft so ebenso Lücken für sich und die Nebenleute. Er behält immer die Übersicht und scheut sich nicht, Verantwortung in Stresssituationen zu übernehmen.“

Ihre Stärken können Suton und Michalczik morgen ein letztes Mal in diesem Länderspieljahr auf der Platte zeigen, wenn der zweite Test gegen die japanische Auswahl (8 Uhr deutscher Zeit) auf dem Programm steht. Am Sonntag geht es für die DHB-Delegation um Suton und Michalczik wieder zurück in die Heimat. Für die Zeit nach Japan hat vor allem der Rückraumspieler von der TSV GWD Minden klare Vorstellung: „Die Woche nach Japan möchte ich erst einmal gar kein Handball im Kopf haben und den Urlaub genießen.“ Kraft tanken, für eine besondere Saison mit dem großen Highlight im Januar 2019. Vielleicht ein Highlight im Nationaldress, das Tim Suton und Marian Michalczik wieder zusammen erleben.

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