Do20062013

Aktualisiert:am Mittwoch, 19.06.2013 um ca. 22:03 Uhr

Soltaus Trainer Schors: Auch eine Niederlage kann positiv sein

mtv soltau

Handball-Oberliga: Starker MTV verliert in Hameln

Verkehrte Welt in Hameln: Während der MTV Soltau hochzufrieden das Parkett verließ, herrschte beim gastgebenden VfL nach dem letzten Spiel der Oberliga-Saison Reizklima. „Ich bin hochzufrieden , und die Jungs sind glücklich", sagte MTV-Trainer Bernd Schors. Dazu muss man wissen, dass die Soltauer beim Tabellendritten mit 28:31 verloren hatten. Allerdings erklärt ein Blick auf das Halbzeitergebnis die unterschiedlichen Gefühlswelten. Zur Pause hatten die Gäste nämlich mit 10:20 hintengelegen. „In der zweiten Halbzeit haben wir richtig gut Handball gespielt", sagte Schors. „Auch eine Niederlage kann positiv sein."

Dass es trotz der guten Leitung nach dem Wechsel eine Niederlage wurde, hatten sich die Soltauer freilich selbst zuzuschreiben. Genauer gesagt: ihren Abschlüssen in der ersten Hälfte. Nach ordentlichem Beginn war Hameln auf einmal mit 12:6 weggezogen, zur Pause schien der MTV hoffnungslos abgeschlagen. Dabei hatte er nicht schlecht mitgespielt. „Beide Teams hatten in den ersten 25 Minuten 26 Würfe", analysierte Schors. Der Unterschied: Hameln versenkte seine Chancen reihenweise, der MTV nutzte von seinen 26 ganze acht. Allein in den ersten sieben Minuten vergaben die Gäste zwei Siebenmeter. „Wir haben offenbar selbst nicht so richtig an unsere Chance geglaubt", meinte Schors.

 In der Kabine habe sich das Team aufgerappelt: „Wir gehen jetzt hier nicht mit einem 20:45 aus der Saison." Diesen Vorsatz setzte der MTV sogleich in die Tat um. Mit fünf Toren in Serie verkürzte er auf 15:20. „Die Hamelner hatten das Ding zur Pause offenbar abgehakt und konnten jetzt den Hebel nicht mehr umlegen", so Schors. Ein weiterer Grund war, dass bei den Soltauern mit dem Wiederbeginn Julian Lehmberg zwischen die Pfosten rückte. Und dessen Leistung ließ Schors schwärmen: „Eine Augenweide." In den ersten zehn Minuten ließ der Torwart gar keinen Gegentreffer zu, in den zweiten zehn nur fünf. „20 Minuten hat Julian erstklassig gehalten, danach ließ die Konzentration ein wenig nach", so Schors. Gravierende Folgen hatte das aber nicht. In den verbleibenden zehn Minuten gelangen den inzwischen konsternierten Gastgebern auch nur sechs Treffer.

Ein dritter Grund für den Soltauer Aufschwung lag in der Umstellung der Deckung, zunächst auf 5:1, dann auf „unkonventionell". Schors: „Wir haben viel spekuliert und dadurch viele Bälle abgefangen und diese zu schnellen Toren genutzt." An diesen hatte vor allem Jan Wagner seinen Anteil. Insgesamt brachte es der zweitbeste Soltauer Saisonschütze auf neun Treffer.

Zum Punkt reichte es aber nicht mehr. Immer wenn der MTV auf zwei Tore verkürzt hatte, konnte Hameln wieder einen „Sicherheitsabstand" von drei Treffern herstellen. „Schade, wenn wir einmal auf einen rangekommen wären, wäre es interessant geworden. Hameln war schwer gezeichnet."

Doch trotz der Niederlage floss die letzte Saisonleistung in Schors' überaus positives Saisonfazit ein: „Wir haben uns nicht nur um zwei Punkte und einen Platz verbessert – wir haben uns entwickelt." Zu einem etablierten Handball-Oberligisten.

Spielfilm

VfL Hameln – MTV Soltau 31:28 (20:10).

VfL: Frank Rosenthal, Andreas Kinne – Heiko Heemann (10), Patrick Künzler (6), Torben Höltje (6), Oliver Glatz (3), Marcel Engelhard (2), Jannik Henke (2), Sönke Koß (1), David Emmel (1), Jasper Pille, Kevin Hertel.

MTV: Arne Schröder, Julian Lehmberg – Torben Jeße (1), Alen Hamidic (4), Jakob Happel (4), Nils Wagner (1), Edvin Hamidic (4), Lucas Günter (1), Andreas Fedderke (2), Jan Wagner (9), Fabian Witthöft (1), Joel Agovic.

Schiedsrichter: Michael Behrla und Ulrich Benner (Hannover).

Zeitstrafen: Fünf für den VfL, zwei für den MTV.

Zwischenstände: 3:1, 4:2, 12:6, 20:10 (Hz.), 20:15, 22:16, 23:21, 25:23, 28:25, 31:28.

Presseschau zum MTV Soltau: Quelle: Böhme-Zeitung - Autor Stefan Grönefeld, Webseite: http://www.boehme-zeitung.de/