„Erarbeitete Leichtigkeit“
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- Kategorie: Oberliga Nordsee
- Veröffentlicht am Sonntag, 20. November 2011 23:08
Neerstedter 45:24-Kantersieg über HSG Wilhelmshaven
Leichtes Spiel haben die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt beim 45:24 (27:10)-Kantersieg gegen die überforderte und in der Verfassung nicht ligataugliche HSG Wilhelmshaven gehabt.
Dass die Mannschaft von Trainer Dag Rieken schnell auf die Siegerstraße gelangte und der klare Erfolg spätestens beim 17:5 (18.) schon früh feststand, lag auch daran, dass die Aktiven auf die Warnungen ihres Trainers gehört hatten, den Gegner nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, und von Beginn an konzentriert und mit hohem Tempo zu Werke gingen.
Vor allem mit dem Tempo kam die vor Saisonbeginn komplett neu formierte Mannschaft von der Jade gar nicht zurecht. Zwölf Gegenstoßtore erzielten die Gastgeber, was ihnen durch mangelhaftes Rückzugsverhalten der HSG aber auch leicht gemacht wurde.
Rieken ließ offensiv decken, wobei vor allem Bastian Carsten-Frerichs die Kreise des Wilhelmshavener Leistungsträgers Andreas Staszewski einengte. Der Erfolg: Der zweitligaerfahrene 24-Jährige blieb völlig ohne Wirkung, erzielte nur ein Tor. Die offensive Deckung war auch möglich, weil die Gäste auf der Kreisläufer-Position ganz schlecht besetzt sind. Weniger erfolgreich war die Arbeit auf der linken Abwehrseite gegen den wuchtigen Marcel Muschik, der mit acht Toren ein Drittel aller HSG-Treffer erzielte.
Rieken setzte Thomas Schützmann – beim Sieg in Schortens noch erfolgreichster TVN-Spieler – aus disziplinarischen Gründen nicht ein und konnte es sich leisten, fast die gesamte zweite Hälfte mit jungen Akteuren zu spielen. Die erhielten nach Spielschluss auch ein Lob von ihrem Trainer: „Kompliment auch an die jungen Spieler, die haben die Differenz halten können.“ Selbstvertrauen sammelte vor allem Eike Kolpack, der den Platz, den er bekam, zu neun schönen Treffern nutzte.
Rieken hatte sich die Aufgabe nicht so leicht vorgestellt, gab er nach der Partie zu: „Aber wir haben uns die Leichtigkeit auch von der ersten Minute an erarbeitet. Ich habe der Mannschaft gesagt, dass alle, die hier auf der Tribüne sitzen, unser schlechtes Spiel gegen Barnstorf noch im Kopf haben. Da haben wir etwas gutzumachen...“
Das nahmen sich die Neerstedter auch vom Start weg zu Herzen. Die erste Vorentscheidung besorgte Tim Schulenberg, dessen Einsatz wegen seiner Sprunggelenksverletzung gefährdet war. Mit drei Treffern – davon, bemerkenswert, zwei Tempogegenstöße – war er am 6:0-Lauf zur 13:4-Führung (15.) beteiligt. Als Malte Kasper drei Minuten später vom Kreis zum 17:5 traf, war die Spannung bereits dahin.
Für zusätzlich Unterhaltung sorgten zwei kuriose Szenen. Einmal das Gegentor, das TVN-Keeper André Hoffmann kassierte, als er gerade an der Bank einen Schluck Wasser zu sich nahm. Dann noch Ninos Chabos frecher Rückhandwurf zum letzten Neerstedter Treffer bei einem Tempogegenstoß. (fr)





