Bekannte Gesichter, ein Sensationssieg und ein 25-Tore-Mann

Europameisterschaft
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Nachdem Ex-Welthandballer Filip Jicha seine Nationalmannschaftskarriere beendet hatte, dachten viele, die Tschechen würden es schwer haben, sich auch weiterhin für Großturniere zu qualifizieren. Aber auf dem Weg zur EM in Kroatien ließ der erste deutsche Hauptrundengegner (Freitag, 18.15 Uhr in Varazdin) sogar Island hinter sich.

Die beiden letzten EM-Tests gegen Österreich wurden klar gewonnen – aber dann: Zum Vorrundenauftakt in Varazdin setzte es die deutlichste Niederlage in der tschechischen EM-Geschichte – ein 15:32 gegen Vize-Europameister Spanien.

„Wir kamen schon als absoluter Außenseiter nach Varazdin. Aber nach dieser Niederlage hat sicher niemand mehr einen Euro auf uns gesetzt“, sagt Trainer Jan Filip, der die Tschechen gemeinsam mit Daniel Kubes coacht, der parallel auch noch den Zweitligisten TV Emsdetten trainiert. Kubes spielte in Melsungen und Kiel, Filip in Düsseldorf und bei den Rhein-Neckar Löwen, bevor er in die Schweiz, nach St. Gallen, wechselte – wo er zunächst Spieler und dann Trainer war.

Beide haben es aber geschafft, das Debakel gegen die Spanier schnell aus den Köpfen der Spieler zu bekommen – und sorgten im zweiten Vorrundenspiel für die bislang größte Sensation bei der EM mit dem 28:27 gegen Olympiasieger Dänemark. Die Tür zur Hauptrunde stand weit offen, und am Mittwochabend gingen die Tschechen durch den ungefährdeten 33:27-Erfolg gegen die Ungarn auch durch. Überragend in diesem Spiel war Rückraumwerfer Ondrej Zdrahala, der 14 (!) der 33 Treffer erzielte und somit auch die Gesamt-Torschützenliste der EM mit 25 Treffern anführt, mit einem Vorsprung von vier Toren auf Uwe Gensheimer.

„Wir wussten, dass wir über unser Limit gehen mussten, um in die Hauptrunde einzuziehen, aber was meine Spieler innerhalb von 40 Stunden gegen Dänemark und Ungarn abgeliefert haben, war einfach nur überragend und sensationell“, sagt Trainer Filip: „Wir leben jetzt unseren Traum und hoffen, dass es so weitergeht.“ Wie die Bad Boys bringen auch die Tschechen zwei Punkte mit in die Hauptrunde. „Alles ist offen“, sagt Filip und spricht auf die Tatsache an, dass gleich vier Teams zwei Punkte aufweisen, Mazedonien drei und Slowenien einen Zähler mitnimmt.

Aus deutscher Sicht ist die Bilanz gegen die Tschechen absolut positiv: In bislang 20 Begegnungen gab es 15 Siege, zwei Remis und nur drei Niederlagen. Blickt man allerdings auf die letzten Jahre zurück, ist das Bild nicht mehr ganz so optimistisch: Bei der EM 2012 in Serbien gab es eine 24:27-Auftaktniederlage für die DHB-Auswahl, in der aus deutscher Sicht letztlich verpassten Qualifikation für die EURO 2014 setzte es ein 22:24 in Brünn, dem stand aber immerhin ein 28:23-Heimerfolg in Halle/Westfalen gegenüber. Bei der EM 2010 in Österreich trennten sich die Nachbarn 26:26, zuletzt gab es in zwei Testspielen vor der WM 2015 zwei Erfolge in Stuttgart und Mannheim (32:24, 27:22).

Vier Spieler aus dem aktuellen tschechischen EM-Kader spielen in Deutschland: Tomas Mrkva (Balingen), Roman Becvar (Elbflorenz), Milan Kotrc und Leos Petrovsky (beide Bergischer HC) – dazu kommen zahlreiche ehemalige HBL-Akteure wie Torwart Martin Galia oder Abwehrchef Pavel Horak.

Deutsche Bilanz gegen Tschechien:

20 Spiele – 15 Siege – 2 Remis – 3 Niederlagen, Tordifferenz: 596:524

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Letzte Aktualisierung: 20.02.2018 14:41:16
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