Auswärts in Kielce ohne Alfred

Foto: Ingrid Anderson-Jensen

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 Das erste Auswärtsspiel der Saison in der VELUX EHF Champions League ist eine Premiere: Erstmals überhaupt müssen die Kieler eine schwere Partie ohne ihren Coach bestreiten: Alfred Gislason braucht nach seiner Bandscheiben-Operation Zeit für die Genesung,

Assistent Christian Sprenger wird den Isländer bei PGE Vive Kielce an der Seitenlinie vertreten. "Ich habe mich eng mit Alfred abgestimmt, gehe aber mit Respekt an die Aufgabe in Kielce heran", sagt Sprenger. Anwurf im ausverkauften Hexenkessel "Hala Legionow" ist um 18:30 Uhr, Sky überträgt live aus Kielce.

Die erste Tour durch Europa führt den THW Kiel nach Kielce: Die 200.000-Einwohner-Metropole werden die "Zebras" am Samstagabend erreichen. Mit dem Flieger geht es zuvor nach Krakau, von dort aus per Bus in die gut zwei Fahrstunden entfernte Stadt, die nach insgesamt 14 polnischen Meisterschaften und eben so vielen nationalen Pokal-Titeln das Herz des polnischen Vereinshandballs ist. Nach zwei Halbfinal-Teilnahmen in der Königsklasse und dem Champions-League-Triumph 2016 gehören die Blau-Gelben zur ersten Garde der europäischen Top-Clubs, auch wenn das letztjährige Achtelfinal-Aus gegen Montpellier zumindest für Außenstehende eine Überraschung war. Wohl auch deshalb hat sich PGE Vive Kielce, wie der Verein nach dem Ausstieg des Elektrizitätsriesen "Tauron" und dem Einstieg eines anderen Energieunternehmens nun heißt, einiges vorgenommen: "Unser großes Ziel heißt Köln", erklärte Michal Jurecki vor dem Start in die Königsklasse.

Dafür, legte der 32-Jährige Routinier nach, gelte es, bis zum letzten Spieltag im Kampf um den Gruppensieg mitmischen zu können. Jurecki ist einer der vielen erfahrenen Stars des polnischen Meisters, die Textil-Receycling-Unternehmer Bertus Servaas mit seinem Geld nach Kielce lockte. Gemeinsam mit dem ehemaligen Welthandballer Slawomir Szmal (inzwischen 38 Jahre alt), Karol Bielecki (35) und Krzystof Lijewski (34), dem spanischen Kreisläufer Julen Aguinagalde (34) sowie dem 37-jährigen slowenischen Regisseur Uros Zorman bildet Jurecki das mit allen Wassern gewaschene Rückgrat von PGE Vive Kielce. Doch den Umbruch haben Servaas und die Trainer-Legende Talant Dujshebaev, der einmals als Spieler und vier Mal als Coach den europäischen Thron bestieg, längst den Umbruch eingeleitet. Mit dem slowenischen Superstar Dean Bombac verpflichtete Kielce bereits in der vergangenen Spielzeit den legitimen Nachfolger von Zorman, jetzt folgte auch Sloweniens Rechtsaußen Blaz Janc dem Ruf: Der erst 20 Jahre alte Linkshänder, der bereits mit 16 Jahren in der VELUX EHF Champions League debütierte, hatte sich unter anderem mit 77 Königsklassen-Toren für RK Celje in der vergangenen Saison empfohlen.

Auch im Rückraum setzt der polnische Double-Sieger jetzt auf eine Verjüngungskur: Linkshänder Alex Dujshebaev, 24 Jahre alter wurfgewaltiger Sohn des Trainers, kam vom amtierenden Titelträger Vardar Skopje, für den er im vergangenen Jahr 83 Mal getroffen hatte. Satte sieben Treffer waren vielleicht die wichtigsten seiner Karriere: Diese erzielte er, der einst unter seinem Vater bei Ciudad Real sein Königsklassen-Debüt gefeiert hatte, gegen den ehemaligen Erzrivalen FC Barcelona im Finale 2017. Und auf der Rechtshänderposition im Rückraum gibt's ebenfalls ein neues Gesicht: Der 23-jährige Marko Mamic wechselte von Dunkerque HB aus Frankreich nach Kielce.

Kielce startete am vergangenen Wochenende wie auch der THW Kiel mit einer Niederlage in den Wettbewerb: Die Polen unterlagen bei HC Meshkov Brest in Weißrussland mit 25:28 - und blicken auch deshalb mit Spannung auf die Partie am Sonntag. Diese wird um 18:30 Uhr vom rumänischen Unparteiischen-Gespann Constantin Din/Sorin-Laurentiu Dinu, als EHF-Delegierter wird der Lette Valerijs Jaskins in der ausverkauften "Hala Legionow" erwartet. Sky wird - wie gewohnt - die Partie aus Kielce, von der EHF als "Match of the week" klassifiziert, live übertragen. In Kiel und Umgebung gemeinsam die Daumen drücken kann man unter anderem in den Sky Bars im "Gutenberg" (Gutenbergstraße), im Sporthotel Avantage (Wellsee), in der "Café-Bar Cultura" (Kirchhofallee) und im Hotel "Rosenheim" (Schwentinental). Mit den "Supersport Tickets" von sky kann man flexibel mit Tages-, Wochen- und Monatstickets auch ohne lange Vertragsbindung live dabei sein (mehr Infos und Buchung unter skyticket.de).

Den THW erwartet in Kielce ein echter Hexenkessel: Mehr als 4.000 frenetische Fans in Gelb werden ihnen einen ganz heißen Empfang bereiten. Bisher trafen beide Mannschaften acht Mal in der VELUX EHF Champions League aufeinander. Drei Partien gewannen die "Zebras", viermal siegte der polnische Meister, und einmal trennte man sich mit einem Unentschieden. Der letzte Erfolg der Kieler gegen Kielce liegt allerdings schon sechs Jahre zurück - seit vier Spielen konnten die "Zebras" nicht mehr gegen den Champions-League-Sieger 2016 gewinnen (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv). "Unser Ziel ist es, uns als Mannschaft ganz anders zu präsentieren als in der zweiten Halbzeit in Wetzlar", sagt Christian Sprenger vor dem besonderen Auswärtsspiel in Polen. Auf geht's, Zebras

 

Ergebnisdienst Pokal

04.03.2018 15:00
DHB-Pokal, Viertelfinale
  
HSG Wetzlar - TVB 1898 Stuttgart 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 15.12.2017 09:17:04
Legende: ungespielt laufend gespielt