OHV siegt vor 1.200 Zuschauern

Foto: Archiv

3.Liga Nord-West
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Unfassbar. Und wer es nicht gesehen hat, der glaubt es auch kaum. In einem mitreißenden Spiel haben die Drittliga-Handballer des OHV Aurich in Krimi-Manier vor der Rekordkulisse von rund 1600 Zuschauern mit 30:29 Toren gegen die SG Schalksmühle gewonnen. Gegen den Tabellenzweiten. Die Sparkassen-Arena – ein Tollhaus.

Mit fünf Toren hatten die Auricher Anfang der zweiten Halbzeit gegen stark aufspielende Gäste zurückgelegen. Sie hatten aber nie aufgesteckt. Und sie ließen sich auch nicht von fragwürdigen Pfiffen der Schiedsrichter aus dem Konzept bringen. Die Halle kochte aber nicht nur wegen der nicht nachvollziehbaren Entscheidungen der Spielleiter. Die Fans peitschten ihre Mannschaft regelrecht zur Aufholjagd.

Und die leitete EM-Rückkehrer Edgars Kuksa, der schon beim Einlaufen zum Spiel mit tosendem Applaus empfangen worden war, mit seinen Paraden ein. Hatte Frederick Lüpke in der ersten Halbzeit bereits ganz stark gehalten, setzte Kuksa in der zweiten noch einen drauf. Zwischen der 46. und 50. Minute ließ er, entweder auf sich allein gestellt oder in Zusammenarbeit mit der bis zum Umfallen ackernden Abwehr, kein Tor zu. Ja, und vorne trafen die Auricher. Erst Jannes Hertlein zum 23:25, dann Jonas Schweigart (s. Foto) zum 24:25 und dann zweimal Christoph Groß zum 26:25 (50. Minute). Es war die erste Führung des OHV seit der 18. Minute. Die Fans hielt es schon lange nicht mehr auf den Sitzen. Das war aber nur der Anfang einer Schlussphase, die alles, was an Krimiware auf dem Markt ist, toppte.

Die Schalksmühler reagierten auf die Auricher Führung mit einem Torwartwechsel und drehten die Partie mit drei Treffern in Folge wieder. Sie konnten sie auch deshalb drehen, weil Kevin Wendlandt in dieser Phase Pech mit einem Pfostentreffer hatte. So wurde es für den OHV nichts aus dem möglichen 27:27. Stattdessen fingen sich die Auricher das 26:28 ein. Gut sechs Minuten waren noch zu spielen.

OHV-Trainer Areka Blacha setzte die Auszeitkarte. Jonas Schweigart verkürzte auf 27:28. Vier Minuten und sieben Sekunden vor dem Ende verwandelte Moritz Frenzel einen Siebenmeter zum 29:27 für die SG. Es sollte der letzte Treffer für die Schalksmühler gewesen sein.

Erneut war es Schweigart, der kraftvoll aus vollem Lauf verkürzte (28:29). Auf der anderen Seite glänzte Kuksa. Wendlandt glich zwei Minuten vor Schluss zum 29:29 aus. Im Gegenzug die nächste Parade von Kuksa, als Lukas Hüller frei vor ihm auftauchte. Vorbei kam er an Kuksa nicht.

Als Groß sich dann 54 Sekunden vor Schluss im Spiel eins gegen eins auf der rechten Seite durchsetzte und zum 30:29 für den OHV traf, da krönten die Auricher das Handballspektakel.

Die SG nahm zwar 37 Sekunden vor Schluss noch eine Auszeit, versuchte anschließend, den Angriff auszuspielen, um noch zum Ausgleich zu kommen. Mehr als ein Freiwurf, den die Gäste nach dem Schlusspfiff noch ausführen mussten, sprang jedoch nicht heraus. Die Mauer der Auricher stand. Ja, und dann gab es kein Halten mehr.

Blacha war nicht nur überglücklich über das Ergebnis, sondern über das Wie. Und dann die Arena: „Das war Stadtfest in der Halle. Was für eine Begeisterung.“

Seine Mannschaft erstaunt Blacha von Woche zu Woche neu: „Dass wir solch ein Spiel noch drehen können.“ Gegen solch einen Gegner, der mit tollen Kombinationen, Würfen und Spielwitz aufwartete. „Wir mussten doppelt so viel arbeiten wie die Schalksmühler“, sagte Blacha.

Mit dem Selbstvertrauen von vier Siegen in Folge waren die Auricher gegen die favorisierten Schalksmühler von Anfang an frech aufgetreten und spielten eine begeisternde Anfangsviertelstunde mit sehenwerten Spielzügen. Überhaupt war das gesamte Spiel eine Werbung für den Handball.

Zwischen der 15. und 30. Minute brachten sich die Auricher jedoch selbst um mehr, als sie es der deutschen Nationalmannschaft nachmachten und sich zu viele technische Fehler im Angriff leisteten, die zu Ballverlusten führten und mit denen sie den Gegner zu Toren einluden.

Am Ende spielte das keine Rolle mehr. Das Ende war ein einziges Auricher Jubel-Meer, in dem die OHV-Spieler gefeiert wurden. Allen voran Kuksa, der schon vor dem Spiel vom OHV-Vorsitzenden Ulrich Mittelstädt mit einem Blumenstrauß für seinen EM-Einsatz geehrt wurde. „Wir genießen einfach diese Saison“, sagte Blacha.

OHV – Schalksmühle 30:29 (14:17)

OHV Aurich: Lüpke, Kuksa, Haake; Cuk (3 Tore), de Buhr (1), Wendlandt (4), Günsel (3), Groß (5), Staszewski (2), M. Pliuto, N. Pliuto (3), Wark, Schweigart (6/davon 1 Siebenmeter), Hertlein (2), Dallühhe, Crnic (1).;

SG Schalksmühle: Borchert, Vukas; Diehl (5), Klasmann (7), Geitmann, Bekston, Merhar (2), Frenzel (9/6), Schetters (2), Tubic (3), Hüller, Hecker, Brüning (1).

Zeitstrafen: OHV 8 Minuten – SG 8.

Siebenmeter: OHV 2/davon 1 verwandelt SG 7/6.

Schiedsrichter: Sascha Siebert / Jan Welke (Bergneustadt).

Zuschauer: rund 1600.

Torfolge: 5:2 (7. Spielminute), 7:6 (13.), 11:10 (18.), 11:13 (20.), 14:15 (28.), 14:17 (30.); 16:18 (33.), 18:23 (38.), 21:23 (44.), 22:25 (46.), 26:25 (50.), 26:28 (54.), 27:29 (56.), 30:29 (60.).

 

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