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Junge Wilde aus dem Ruhrpott zu Gast

(Foto: Verein)

1.Bundesliga
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Mit dem TuSEM Essen gibt am heutigen Donnerstag (Anwurf 19 Uhr) ein einst ruhmreicher Bundesligist sein Comeback in der Phoenix Contact-Arena–dies coronabedingt allerdings vor leeren Rängen.

Nach siebenjähriger Abstinenz hat sich der Aufsteiger im Handball-Oberhaus zurückgemeldet. War die letztmalige Rückkehr im Jahr 2012 schon von kurzer Dauer, käme der Klassenerhalt in dieser Saison erst recht einer Sensation gleich. Schließlich verfügt der traditionsreiche Aufsteiger im Ligavergleich nicht nur über den kleinsten Etat, sondern auch über den jüngsten und damit auch unerfahrensten Kader.

Dass dies die Essener jedoch in keiner Weise tangiert, bewies ihr kürzlicher 33:27-Heimerfolg über die HBW Balingen-Weilstetten. Nach 60-minütiger Dominanz durfte sich der TuSEM in der heimischen Arena „Am Hallo“ im dritten Anlauf über die ersten Bundesligapunkte freuen. „Im Duell mit einer Mannschaft, die auch unten drinsteht, haben sie damit sicherlich ein Ausrufezeichen gesetzt und das Spiel sehr verdient gewonnen“, ist TBV-Trainer Florian Kehrmann (s. Foto) vor dem kommenden Gegner gewarnt. Auch in den ersten beiden Partien gegen Stuttgart und die Rhein-Neckar Löwen habe die junge Mannschaft „schon phasenweise wirklich guten Handball gespielt“.

Die ersten Auftritte sind also ein Beleg dafür, wie es der TuSEM auch in der Beletage angehen will: mit viel Tempo und Mut im Spiel, gepaart mit jugendlicher Unbekümmertheit. Das weiß auch Kehrmann: „Die Essener agieren mit einer sehr aggressiven 6:0-Abwehr, die sich gegenseitig unterstützt, und aus der sie immer wieder versuchen, den Gegner unter Druck zu setzen.“ Dass man die mit Abstand jüngste Truppe der Liga (23,2 Jahre im Durchschnitt) habe, sei für TuSEM-Trainer Jamal Naji jedenfalls kein Grund, „vor Ehrfurcht zu erstarren“. Torwart Sebastian Bliß zählt mit seinen 30 Jahren unweigerlich zum ältesten Eisen der Essener Ruhrpottschmiede.

Auch auf ihrer Suche nach Verstärkungen blieben die Essener ihrer Linie treu. Statt bundesligaerprobt und daher kostspielig setzt der Außenseiter auf junge Akteure. Einzig Dimitri Ignatow, der neue Rechtsaußen, kann aus seiner Zeit bei der MT Melsungen 61 Erstliga-Einsätze (44 Tore) vorweisen. Mittelmann Eloy Morante Maldonado (22) hatte Naji aus seiner vorigen Station (TSV Bayer Dormagen) im Schlepptau, aus dem Berliner Fuchsbau kam Junioren-Nationalspieler Tolga Durmaz (20) für den Kreis, Linksaußen Lukas Becher (20) verpflichtete man aus der dritten Liga (Leichlinger TV). Für die Torwartposition kamen Lukas Diedrich (20, SC Magdeburg) und Arne Fuchs (21, TuS Opladen). Will heißen: An der Margarethenhöhe vertraut man auch eine Etage höher auf den eingespielten Kern.

Zu dem zählt vor allem das Eigengewächs und TuSEM-Kapitän Jonas Ellwanger, der mit seinen 26 Jahren eine unangefochtene Identifikationsfigur des Vereins ist. In diesem lernte er mit sieben Jahren das Handballspielen, durchlief seither alle Jugendmannschaften und verzeichnete mit 17 Jahren seinen ersten Einsatz für die Profis in der 2. Bundesliga. Neben Ellwanger zählen auch Torwart Bliß (seit 2010), Dennis Szczesny und Niklas Ingenpass (beide 2013) sowie Linksaußen Noah Beyer (2014) zu den dienstältesten Akteuren. Letzterer feierte gegen die Gallier aus Balingen nach überstandener Fußverletzung nicht nur sein Bundesligadebüt, sondern war mit sieben Treffern gleich torgefährlichster Akteur. „Sie haben das Spiel gegen Balingen sicherlich über ihr Tempo-Spiel gewonnen“, sagt Kehrmann.

Sein Pendant auf der Gegenseite, Jamal Naji, weiß um seinen verschworenen, wenn auch unerfahrenen Haufen und baut auf dessen „sehr guten Charakter“. Wie schon gegen den HSC 2000 Coburg und die Eulen Ludwigshafen ist sich TBV-Trainer Florian Kehrmann der ähnlichen Vorzeichen bewusst: „Die Favoritenrolle müssen wir annehmen und im Gegensatz zum Stuttgart-Spiel noch konsequenter abschließen, um die Kontrolle über das Spiel zu behalten.“Beim letzten Aufeinandertreffen in der Bundesliga, im Juni 2013, siegte der TBV Lemgo Lippe vor heimischer Kulisse mit 24:23. In den zurückliegenden 52 Duellen entschied der TBV 23 für sich, sieben Mal trennte man sich Remis. Der höchste Sieg gegen Essen datiert vom 16. April 2008, als der TBV 37:23 (20:15) gewann.

Geleitet wird die Partie von Marijo Zupanovic und Martin Thone. Bezahlsender Sky zeigt die vierPartien an diesem Abend ab 18.30 Uhr in der Donnerstags-Konferenz. Das Einzelspiel läuft auf Sky Sport 4.Die Pressekonferenz nach Spielende ist als Livestream auf dem TBV-Youtube-Kanal zusehen, Start ist ca. 15 Minuten nach Abpfiff.

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