HSG Wetzlar fehlen am Ende die Optionen

(Foto: Leica Akademie)

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Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar haben am gestrigen Abend richtig Eindruck hinterlassen. Beim Gegner, dem Tabellendritten Rhein-Neckar Löwen, und über 7.000 Fans in der SAP Arena.

Bis zur 45 Minute hatten die Grün-Weißen das Auswärtsspiel beim amtierenden DHB-Pokalsieger und Champions League-Achtelfinalisten ausgeglichen gestalten können, doch dann kam der Einbruch. „Wir haben bis dahin richtig gut gespielt und toll mitgehalten. Dann mussten wir wechseln, und dann hat jeder gesehen, dass uns die Personaloptionen fehlen und wie groß der Abstand der anderen derzeit zu unserer ersten Acht ist", so Wetzlars Trainer Kai Wandschneider in der Pressekonferenz nach der Partie, die am Ende selbst für Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen mit einem zu deutlichen Ergebnis geendet ist.

Vor allem im ersten Durchgang überraschten die Mittelhessen die favorisierten Gastgeber doch durch einen selbstbewussten und geschlossenen Auftritt. Allen voran der Schwede Olle Forsell Schefvert (s. Foto) war es, der in wichtigen Spielsituationen Verantwortung für das Gästeteam übernahm. Der Rückraumspieler war es auch, dem die ersten beiden Treffer für Wetzlar gelangen. Zwar konnten die Löwen, die die erste Halbzeit annähernd komplett mit ihrer ersten Garde bestritten, bis zu 13. Spielminute eine Zwei-Tore-Führung herausspielen (7:5 durch Alexander Petterson), doch die Gäste ließen nicht locker. Filip Mirkulovski und Stefan Kneer trafen kurz später zum Ausgleich. Und nach 20 Minuten war es Kreisläufer Anton Lindskog, dem der 10:9-Führungstreffer gelang. „In dieser Phase haben wir es mehrfach versäumt, noch deutlicher in Führung zu gehen. Das war ärgerlich, denn wir hatten da das Momentum auf unserer Seite", befand HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. Auch weil die Hausherren reihenweise freie Wurfchancen vergaben. Und auch der sonst so geniale Löwen-Regisseur Andy Schmid fand im Zusammenspiel mit dem Ex-Wetzlarer Jannik Kohlbacher nur schwer zu seinem Rhythmus. "Wir haben ziemlich viel liegen gelassen", legte auch der ansonsten zufriedene Gastgeber-Coach Nikolaj Jacobsen den Finger in die kleine Löwen-Wunde. Dass sein Team die Partie bis zur Pause noch drehen konnte, lag auch daran, dass die Gäste aus Wetzlar nach dem erneuten 13:12-Führungstreffer durch Kapitän Mirkulovski (25.) in der Schlussphase ein ums andere Mal frei am eingewechselten Torhüter Michael Appelgren scheiterten. „Meiner Meinung nach hätten wir ein besseres Halbzeitergebnis verdient gehabt, denn wir haben hier einen forschen Auftritt hingelegt. Man hat gesehen, dass die beiden Siege zuletzt für sehr viel Selbstvertrauen gesorgt haben", so Björn Seipp.

Im zweiten Abschnitt hütete Tibor Ivanisevic den Wetzlarer Kasten, was der Serbe laut seinem Trainer Kai Wandschneider gut machte. "Er hat uns hinten im Spiel gehalten", sagte der 59-jährige nach der Begegnung. Die bis zur 50. Minute, als ein 20:23 aus Wetzlarer Sicht vom riesigen Videowürfel leuchtete, weiter relativ ausgeglichen war. Doch dann musste Wandschneider wechseln, mit Rücksicht auf die schwindenden Kräfte seiner ersten Sieben und im Hinblick auf das wichtige Heimspiel am Sonntag gegen den HC Erlangen. Der Wetzlarer Coach brachte die U23-Akteure Torben Waldgenbach und Ian Weber, der sein Erstliga-Debüt feiern konnte, sowie Joao Ferraz auf Rückraum rechts von der Bank. In der Folgezeit häuften sich nun die Fehler bei den Grün-Weißen. Waldgenbach scheiterte mehrfach überhastet an Appelgren und Ferraz produzierte einige technische Fehler, die seinen Trainer zur Weißglut trieben. Prompt zogen die Löwen davon, angeführt vom elffachen Torschützen Andy Schmid, und entschieden nunmehr Partie, die in eine am Ende zu hohe 21:31-Niederlage des Außenseiters von der Lahn mündete.

Die Spieler der HSG Wetzlar, bei der sich Anton Lindskog und Olle Forsell Schefvert die Bestnoten verdienten, bestiegen wenig später mit hängenden Köpfen den Mannschaftsbus nach Hause. Nur einer von ihnen wird diesen Donnerstagabend wohl so schnell nicht vergessen: Jugend-Nationalspieler Ian Weber. Vor zwölf Jahren war der heute 18-jährige zum ersten Mal in der Mannheimer SAP-Arena, als "kleiner Bub" jubelte er bei der WM 2007 von der Tribüne aus den weltbesten Handballern zu. Nun stand der gebürtige Südhesse plötzlich selbst unten auf dem Parkett, in der 47. Minute feierte Weber sein Bundesliga-Debüt im Trikot der HSG Wetzlar. "Es gibt schlechtere Orte, um sein erstes Spiel auf diesem Niveau zu machen", sprudelte es nach der Partie bei den Rhein-Neckar Löwen aus dem Spielmacher-Talent heraus. "Das macht Lust auf mehr, was ich mir aber erarbeiten und verdienen muss."

Stenogramm:

Rhein-Neckar Löwen: Appelgren (ab 24.), Palicka - Schmid (11), Lipovina (3), Sigurdsson (6/1), Radivojevic, Tollbring, Abutovic, Mensah Larsen (4), Groetzki, Taleski (1), Guardiola (1), Petersson (4), Kohlbacher (1).

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic (ab 31.) - Kneer (1), Björnsen (1), Ferraz, Weber, Mirkulovski (2), Schreiber (n.e.), Torbrügge (1), Weissgerber (1), Holst (2/2), Waldgenbach, Forsell Schefvert (5), Lux (n.e.), Lindskog (5), Cavor (3).

Schiedsrichter: Hurst/Krag (Oberursel/Frankfurt) - Zuschauer: 7083 - Zeitstrafen: Rhein-Neckar Löwen drei (Sigurdsson, Mensah Larsen, Guardiola), Wetzlar zwei (Weissgerber, Lindskog) - verworfene Siebenmeter: Sigurdsson (Rhein-Neckar Löwen) scheitert an Klimpke (3.), Sigurdsson (Rhein-Neckar Löwen) scheitert an Ivanisevic (39.), Holst (Wetzlar) scheitert an Appelgren (40.), Schmid (Rhein-Neckar Löwen) scheitert an Ivanisevic (41.).

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