Wiencek: Auszeichnung macht mich stolz

Foto: Sascha Klahn/DHB

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Patrick Wiencek ist derzeit ein gefragter Mann: Erst als Chef der deutschen Abwehr eine herausragende Heim-WM gespielt - und seit Montag auch erstmals Handballer des Jahres.

Der Kreisläufer des THW Kiel setzte sich in der Wahl vor seinen Nationalmannschaftskollegen Andreas Wolff und Uwe Gensheimer durch. In diesem Interview spricht der 29-Jährige (aktuell 133 Länderspiele) über die Auszeichnung, zieht seine WM-Bilanz und schaut schon auf die nächsten Aufgaben mit der Nationalmannschaft und dem Verein voraus.

Herzlichen Glückwunsch zum Titel „Handballer des Jahres“! Kam diese Auszeichnung für Sie überraschend oder hatten Sie insgeheim darauf gehofft?
Patrick Wiencek: Darüber hatte ich mir im Vorfeld überhaupt keine Gedanken gemacht. Mit diesem Titel hätte ich niemals gerechnet, bis der Anruf kam. Diese Auszeichnung macht mich mega-stolz. Einfach unglaublich.

Was, denken Sie, schätzen die Fans an Ihren?
Patrick Wiencek: Das ist eine schwierige Frage. Ich glaube, sie haben nicht nur meine Leistung bei der WM honoriert, sondern auch mein vergangenes Jahr im Verein. Vielleicht war es meine emotionale Spielweise - ich weiß es nicht. Allerdings hätten andere den Titel mindestens genauso verdient gehabt wie ich.

An was denken Sie beim Blick zurück auf die WM eher zurück: An die tolle Atmosphäre, die mitreißenden Auftritte der deutschen Nationalmannschaft oder dass es am Ende nicht mit einer Medaille geklappt hat?
Patrick Wiencek: Mit ein bisschen Abstand zur WM denke ich, dass wir richtig gut gespielt haben. Vorher hat nicht jeder damit gerechnet, dass wir das Halbfinale erreichen. Daher können wir unglaublich stolz sein, am Ende unter den besten Vier gelandet zu sein. Natürlich wollten wir alle diese Me-daille gewinnen. Aber wir haben hoffentlich bei diesem Turnier so viel gelernt, dass wir in Zukunft weiter um Medaillen spielen werden.

Was muss sich ändern?
Patrick Wiencek: Es geht auf diesem Weltklasse-Niveau um Kleinigkeiten. Nehmen wir das Spiel um Platz drei: Da zeigt Nikola Karabatic mit der allerletzten Aktion, warum er ein Weltstar ist. Wir sind eine junge Mannschaft, die solche Erfahrungen, die zum Beispiel Karabatic hat, erst noch sammeln muss. Und wir haben eben nicht solche Weltstars wie sie Frankreich, Dänemark oder Norwegen haben. Wir leben von der Geschlossenheit, und daran müssen wir weiter arbeiten.

Bei der WM wurde oft diskutiert, dass Sie nie zum Player of the Match gewählt wurden. Wie stehen Sie dazu?
Patrick Wiencek: Wir sind ein Mannschaftssport, da sind solche Ehrungen erst einmal egal. Ich habe mich jedes Mal gefreut, wenn einer von uns ausgewählt wurde. Und am wichtigsten ist doch, dass wir Spiele gewinnen - egal, wer Player of the Match wurde.

Das nächste Länderspiel ist für Sie als gebürtiger Duisburger fast ein Heimspiel: In Düsseldorf geht es am 9. März gegen die Schweiz. Freuen Sie sich darauf besonders?
Patrick Wiencek: Wir hatten einmal ein Länderspiel in Oberhausen, da war es etwas Ähnliches. Ja klar, freut man sich, wenn die ganze Familie kommt, somit ist das so etwas wie ein Heimspiel. Aber den ISS DOME kenne ich ja auch schon aus einem Bundesligaspiel mit dem THW.

Danach geht es Mitte April mit den beiden EM-Qualifikationsspielen gegen Polen weiter. Welche Bedeutung haben diese Duelle?
Patrick Wiencek: Wir wollen beide Partien natürlich gewinnen und uns souverän und frühzeitig für die EURO qualifizieren. Aber ehrlich gesagt, sind diese Spiele noch ziemlich weit weg. Jetzt geht es erst einmal mit dem Verein weiter. Da warten jetzt richtig anstrengende Wochen.

Mit dem THW Kiel sind Sie noch in drei Wettbewerben vertreten - Bundesliga, DHB-Pokal und EHF-Pokal. Gibt es eine Priorität, welchen Titel Sie am liebsten gewinnen wollen?
Patrick Wiencek: Ganz einfach: Wir wollen jedes Spiel gewinnen und sehen in drei, vier Monaten, was wir erreicht haben. Aber nach dieser anstrengenden WM müssen wir alle erst einmal wieder in den Rhythmus reinfinden.

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