CL-Gegner: Ein Topteam und zwei Wundertüten

Foto: Jürgen Pfliegensdörfer

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Seit Mittwochabend steht fest: Die SG Flensburg-Handewitt wird nicht der Gegner der Rhein-Neckar Löwen im Achtelfinale der VELUX EHF Champions League. Dafür stieg die Wahrscheinlichkeit eines Duells mit HBC Nantes.

Für den Fall, dass die Löwen am Samstag beim souveränen Gruppenbesten FC Barcelona nichts Zählbares holen, werden sich die Badener in der Runde der letzten 16 mit dem Vorjahresfinalisten aus der Bretagne messen. Es winkt ein hochklassiges Duell auf Augenhöhe. Es sei denn…

…die Löwen wiederholen den Coup der vergangenen Champions-League-Saison. Damals, im November 2017, erzielten sie ein kaum für möglich gehaltenes 26:26 im Palau Blaugrana, der kultigen Heimspielstätte des Weltvereins aus Katalonien. Das Remis kam so überraschend, weil die Badener keine 24 Stunden zuvor noch das kräftezehrende Bundesliga-Auswärtsspiel in Leipzig zu absolvieren gehabt hatten und zwischen beiden Spielen lediglich ein paar Stunden Schlaf und eine Flugreise lagen. Doch die Truppe von Nikolaj Jacobsen verkaufte sich prächtig bei ihrem Gastspiel in der rund 7500 Zuschauer fassenden Arena, sorgte in der Handball-Welt für einiges Staunen und verschaffte sich eine weitere große Portion Respekt auf der internationalen Bühne.

Doch selbst wenn die Löwen aus Barcelona einen Punkt oder sogar zwei entführen, können sie aus eigener Kraft Platz fünf in der Gruppe A nicht mehr verlassen – und damit einem Duell mit dem Vierten der Gruppe B – und damit HBC Nantes – entgehen. Sie bräuchten schon noch die Hilfe von Telekom Veszprém und – je nach Ausgang des Löwen-Spiels – ein Unentschieden oder einen Sieg der Ungarn bei deren Gastspiel in Kielce. PGE Vive Kielce steht im direkten Vergleich vor den Badenern und muss im Heimspiel gegen Veszprém – vereinfacht gesagt – mindestens genauso abschneiden wie die Löwen in Spanien, um Position vier zu behaupten. Beispiel: Holen die Löwen einen Punkt bei Barca, braucht Kielce auch einen Punkt gegen Veszprém.

Für den Fall einer Löwen-Überraschung und Schützenhilfe von Veszprém kommen zwei weitere Mannschaften in die Verlosung zum Achtelfinal-Duell mit den Badenern: HC Motor Zaporozhye und HC PPD Zagreb. Die Ukrainer wie die Kroaten müssen jeweils bei den Topteams der Gruppe ran, der Fünfte Zaporozhye (11 Punkte) in Paris, der Sechste Zagreb (10 Punkte) in Szeged. Weil Motor den direkten Vergleich für sich entschieden hat (35:27 und 25:27), wäre man bei Punktgleichheit weiter, so dass dem HC definitiv ein Punkt aus Paris reichen würde. Wahrscheinlich ist dies aber genauso wenig wie ein Remis oder ein Sieg von Zagreb in Szeged.
Werden die Löwen Vierter in ihrer Gruppe, geht es also wahrscheinlich gegen Motor. Erfahrungen mit den Ukrainern haben sie bereits gesammelt – und zwar meistens gute. In vier Duellen heimsten die Badener drei deutliche Siege und ein Unentschieden ein. Das vorerst letzte Duell in Zaporozhye ging am 28. November 2013 über die Bühne und mit 32:26 an die Männer in Gelb. Gänzlich anders sehen die Erfahrungen mit Zagreb aus: Die Kroaten warfen die Löwen 2015/16 – damals ebenfalls im Achtelfinale – aus dem Wettbewerb. Nachdem die Löwen auswärts 24:23 gewonnen hatten, unterlagen sie zuhause mit 29:31. Ein Alptraum aus Löwen-Sicht, der sich in dieser Saison auf keinen Fall wiederholen soll. Egal gegen welchen Gegner.

Werden es die Jungs aus Nantes – was unter Berücksichtigung aller Konstellationen am wahrscheinlichsten ist –, bekommen es die Rhein-Neckar Löwen mit einer absoluten Top-Mannschaft zu tun. Die spannende Mischung aus immer noch hochmotivierten Altstars wie Kiril Lazarov und Olivier Nyokas und jungen Wilden wie Nicolas Tournat und Romain Lagarde, der 2020 zu den Löwen wechselt, macht die Truppe genauso gefährlich wie das taktische Genie ihres erfahrenen Trainers Thierry Anti. Diese Attribute führten den Klub im Frühjahr 2018 bis ins Finale der Champions League – und könnten auch für die Löwen in einem drohenden Achtelfinale zur großen Herausforderung werden. In der Saison 2017/18, als es in der Gruppenphase gegen Nantes ging, trennte man sich zweimal unentschieden, 26:26 und 30:30. Das dritte und damals erste Aufeinandertreffen entschieden die Löwen für sich: Das EHF-Cup-Finale gewannen sie am 19. Mai 2013 mit 26:24 - und das in Nantes.

 Gewissheit, gegen wen es letztlich geht, wird es frühestens am Samstagabend geben: Haben die Löwen dann den Sprung vorbei an Kielce nicht geschafft und gehen als Fünfter aus Gruppe A, treffen sie auf HBC Nantes. Gelingt es ihnen doch noch, die Polen zu überflügeln, müssen sie auf die Ergebnisse aus Paris und Szeged am Sonntagabend (Spielbeginn jeweils um 17 Uhr) warten. Karten für das Achtelfinal-Heimspiel gibt es bereits zu kaufen, und zwar an allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter der Hotline 0621/18190333 und online. Löwen-Fans können sich dabei auf ein besonders attraktives „4 für 3“-Angebot freuen.

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Ergebnisdienst Pokal

01.06.2019 00:00
EHF Champions League, Halbfinale
  
Telekom Veszprém - KS Vive Tauron Kielce 0 : 0
  
FC Barcelona Lassa - HC Vardar 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 19.05.2019 17:38:52
Legende: ungespielt laufend gespielt