Recken scheitern an sich selbst

Foto: Uwe Serreck

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Stimmungsvoll ging es zu in der Swiss Life Hall, als die TSV Hannover-Burgdorf am Sonntagmittag zum Europapokalkrimi gegen Grundfos Tatabanya KC einlud – mit unglücklichem Ausgang für DIE RECKEN, die trotz einer kämpferischen Leistung nicht über ein 27:27-Unentschieden hinauskamen und dadurch im EHF Cup vor dem Aus stehen.

„Das Spiel heute war ein Spiegelbild aller vier Partien. Wir sind an uns selbst gescheitert“, konstatierte Kapitän Kai Häfner nach dem Spiel.

Gute Nachrichten gab es zunächst vor dem Anwurf, denn Trainer Carlos Ortega konnte auf seinen wiedergenesenen Spielmacher und Weltmeister Morten Olsen zurückgreifen. Der noch gegen Minden in der Liga aufgrund eines Magen-Darm-Infekts fehlende Weltmeister prägte auch direkt die ersten Szenen des Spiels. Zunächst spielte er einen sehenswerten Querpass über die Abwehr der Gäste de hinweg zu Fabian Böhm, der von außen den ersten Treffer der Partie erzielte (1.). Drei Minuten später traf Olsen dann in typischer Manier zum 2:2 (4.)

Trotz des zunächst ordentlichen Beginns war den RECKEN aber früh anzumerken, dass sie heute nicht an ihr allerhöchstes Niveau herankommen würden. Vergebene Großchancen und technische Fehler ermöglichten den Gästen aus Ungarn immer wieder leichte Treffer „Wir hatten heute ein-deutig unsere Probleme im Angriff“, erklärte Trainer Carlos Ortega.

Trotzdem schien es zunächst so, als wenn sich DIE RECKEN nach einem Tor von Kai Häfner zum 11:8 (19.) etwas absetzen konnten. Doch wirklich lange konnten DIE RECKEN diese Führung leider nicht halten, da die Ungarn deutlich stärker wurden und zudem in Torhüter Marton Szekely einen guten Rückhalt hatten. Mit ihrem geschickten Defensivverhalten wurden die Spieler der RECKEN immer wieder zu technischen Fehlern und Fehlwürfen im Angriff gezwungen, die von Tatabanyá zu einer 12:11-Führung genutzt werden konnte (23.).

Folgerichtig nahm Ortega die erste Auszeit der RECKEN, um seine Mannschaft neu auszurichten. Diese trat in der Folge wieder konzentrierter auf und kamen vor allem in der Abwehr immer wieder zu Ballgewinnen. Nach einem technischen Fehler der Ungarn hechtete Evgeni Pevnov dem freien Ball hinterher. Auf dem Rücken liegend gelang ihm ein erfolgreicher Pass in den Lauf von Timo Kastening. Dieser hatte vor sich freie Bahn und schloss erfolgreich zum 13:14 ab (28.). Den 14:14-Halbzeitstand besorgte der zukünftige Nationalspieler ebenfalls.

Nach der Pause kamen DIE RECKEN wiedererstarkt aus der Kabine und ließen vor allem mit ihrem Defensivverhalten wenig anbrennen. Offensiv gelang es den Mannen von Carlos Ortega immer wieder, kämpferische Willensleistungen auf das Parkett zu bringen. So auch in der 32. Minute, als Ilija Brozovic einen Abpraller für sich sichern erobern konnten. Durch seinen Einsatz setzte er sich gegen drei generische Verteidiger durch, die ihn regelwidrig am Wurf hinderten (32.). Den folgenden Strafwurf verwandelte der 18-jährige Veit Mävers ebenso eiskalt wie alle fünf von ihm ausgeführten Strafwürfe.

Trotz der guten kämpferischen Grundeinstellung hatten DIE RECKEN auch nach der Pause mit einer zu hohen Fehlerzahl zu kämpfen. Dadurch gelang es den Gästen aus Ungarn mit zwei Toren wegzuziehen und den Vorsprung auch bis zur Schlussphase zu halten. So kam es zu einer spannenden Schlussphase, die in der 55. Minute beim Stand von 24:26 mit einer Abwehrumstellung Ortegas begann. Denn nach einem Timeout des Gegners stellte der erfahrene Spanier seine Abwehr auf die offensive 5:1-Formation, wobei Cristian Ugalde sehr offensiv agierte und dadurch einige Bälle gewinnen konnte.

Dadurch holten DIE RECKEN nochmal zum finalen Comeback aus. Kastening verkürzte auf 25:26 und Morten Olsen packte aus dem Rückraum den Hammer raus und traf zum 26:26 Ausgleich.

Nach einer Parade von Martin Ziemer (59.) war es erneut Olsen, der 40 Sekunden vor dem Ende auf 27:26 stellte. Doch am Ende feierten die circa 50 Mitgereisten Gästefans aus Tatabanya, denn auch dieses Mal hatte ihre Mannschaft eine Antwort parat. Tatabanyas Trainer Vladan Matic brachte den siebten Feldspieler und der auffälligste Gäste-Akteur Adam Janusz tankte sich zum 27:27 durch.

DIE RECKEN versuchten noch ein schnelles Tor zu werfen, doch die Abwehr der Ungarn machte Morten Olsen fest und der letzte Wurfversuch blieb im Abwehrblock der Gäste hängen. Dadurch sind die Chancen auf ein Weiterkommen auf ein Minimum gesunken. „Wir sind sehr enttäuscht, müssen uns aber an die eigene Nase machen. Im Europapokal werden solche Fehler einfach eiskalt bestraft“, so Kai Häfner.

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Letzte Aktualisierung: 19.05.2019 17:45:42
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