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Zum Auftakt gegen Zormans Zöglinge

Foto: Jürgen Pfliegensdorfer

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225 Spiele hat er für die slowenische Nationalmannschaft gemacht, 2004 bei der Heim-EM stand er im Finale gegen Deutschland auf der Platte – und verlor. Die Silbermedaille von damals ist bis heute einer der größten und wichtigsten Erfolge geblieben in der Spielerkarriere von Uros Zorman.

Nun versucht sich der ehemalige Weltklasse-Spielmacher als Coach und stellt sich mit seinen Jungs von RK Trimo Trebnje am Dienstagabend in Mannheim vor.

Es ist Spieltag eins der EHF European League. Zum Auftakt in Gruppe D geht es für die Rhein-Neckar Löwen gegen den Vierten der slowenischen Meisterschaft 2019/20. DAZN überträgt live aus der SAP Arena. In die aktuelle Spielzeit sind Zormans Zöglinge blendend gestartet, haben ihre ersten sechs Spiele ausnahmslos gewonnen, darunter auch das Spitzenspiel vor knapp einer Woche gegen Traditionsklub Gorenje Velenje (29:28). Der Lohn in der Tabelle: Platz zwei hinter dem ebenfalls noch verlustpunktfreien Serienmeister Celje.

Mit Trebnje erwarte seine Mannschaft eine eingespielte Truppe mit gut ausgebildeten Handballern, sagt Löwen-Trainer Martin Schwalb. „Typisch Slowenien halt“, meint Schwalbe mit Verweis auf die große Handball-Tradition des kleinen Landes. „Die Jungs sind schnell, gut im Eins-gegen-eins, dafür physisch nicht die Allerstärksten. Ich erwarte, dass sie offensiv decken. Und wenn wir nicht aufpassen, können wir da richtige Probleme kriegen.“ Zusammenfassend spricht der erfahrene Coach von einer „europäischen Aufgabe“, die nicht mit dem zu vergleichen sei, womit es die Löwen in der Bundesliga zu tun haben.

Reizvoll, anspruchsvoll, aber auch lösbar: So könnte man die Löwen-Aufgabe für Dienstagabend beschreiben. Ein Muss ist ein Heimsieg gegen die Slowenen allemal, wollen die Schwalbe-Männer ihr Ziel Achtelfinale erreichen. Dafür müssen sie in der Gruppe mit Trebnje, Grundfos Tatabanya (Ungarn), Kadetten Schaffhausen (Schweiz), HC Eurofarm Pelister (Nordmazedonien) und GOG (Dänemark) zwei Teams hinter sich lassen. Umgekehrt kann es für die Slowenen aus der gut 12 000 Einwohner zählenden Gemeinde nur darum gehen, es irgendwie unter die ersten Vier der Gruppe und damit in die K.o.-Phase zu schaffen.

So klar die Favoritenrolle für Dienstag verteilt ist, so klar fällt auch die Ansage von Martin Schwalb an seine Spieler aus: „So wie am Donnerstag gegen Leipzig dürfen und werden wir auch nicht wieder spielen“, schärft Schwalbe seinen Jungs ein und beschreibt den kollektiven Blackout (O-Ton Uwe Gensheimer) im Nachhinein als „Selbstansteckungsprozess“. Den unterirdischen Auftritt beim 23:28 gegen die Sachsen (O-Ton Patrick Groetzki) will der ehemalige Weltklasse-Halbrechte weder kleinreden noch überbewerten, und verweist auf ähnlich kuriose Spielverläufe und Ergebnisse: „So ein Aussetzer ist auch schon anderen passiert, von Kiel über Flensburg und Berlin bis Magdeburg und Melsungen. Und das zu diesem frühen Zeitpunkt, wo überhaupt erst drei, vier Spiele gemacht sind.“

Es sei einfach eine Saison für solche Dinge, führt Schwalbe aus und gibt zu bedenken, dass unter den speziellen Bedingungen der Corona-Pandemie die Ausschläge in den Formkurven größer und schwerer zu berechnen seien. Die Sache mit den fehlenden Zuschauern beschäftige ihn und die Mannschaft immer noch sehr: „Die Fans, die normale Anspannung vor einem Heimspiel: Das fehlt ganz einfach und das macht es nicht leichter, sich voll zu fokussieren und in diesen Modus reinzukommen. Aber es hilft ja nichts: Wir müssen das hinbekommen. Und wir werden das auch hinbekommen.“

Plattitüden wie eine „Reaktion“ auf das Leipzig-Spiel will der Coach für das Spiel am Dienstag nicht benutzen. Er erwartet ganz klar, dass seine Mannschaft ihr normales Gesicht zeigt und alles gibt, um die zwei wichtigen Euro League-Punkte in Mannheim zu behalten. Was er für eine Partie erwartet? „Das wird ein schnelles, attraktives Handballspiel gegen ein Team voller Spielwitz und Offensiv-Power.“ Zu verfolgen ist der Löwen-Auftakt in Europa auf DAZN sowie über die Live-Ticker der Rhein-Neckar Löwen.

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