Altjührden nach Handballkrimi im Final4

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Die SG VTB/Altjührden hat ihr Viertelfinale in einem wahren Handballkrimi mit 35:34 (13:15, 28:28) nach Verlängerung gegen die SG Wift Neumünster gewonnen und hat damit das Final4 in Hamburg erreicht.

Beim Heimdebüt des neuen Trainergespanns Andreas Swalkiewicz und Dennis Greave sorgten 334 Zuschauer für eine tolle Pokalatmosphäre und sahen ein Spiel, was an Spannung kaum zu überbieten war und in Renke Bitter (8) und Louis Haß (9) die erfolgreichsten Torschützen ihrer Mannschaften hatten.

Altjührden legte gut los, konnte mit 1:0 und 2:1 in Führung gehen, aber schon früh war zu erkennen, das der Tabellen-15. der Oberliga Hamburg/Schleswig Holstein nicht kampflos das Spiel abschenken würde. Unterstützt von ca. 10 Schlachtenbummlern, die von Anfang an dem Vareler Anhang in nichts nach standen und gemeinsam für eine stimmungsvolle Kulisse sorgten, standen sie aggressiv in der Deckung und hatten mit Erik Quednau einen ausgezeichneten Akteur im Tor. Nach Ballgewinnen liefen sie mit hohem Tempo nach vorne und überraschten die Gastgeber mit einem variablen Angriffsspiel. Geduldig spielten die Neumünsteraner im 6:6 und waren immer wieder mit verdeckten Würfen und überraschenden Anspielen an den Kreis erfolgreich. In der 10. Minute verbuchte Quednau bereits seine 5. Parade und der Gast führte mit 4:2. Doch auch Altjührden drückte aufs Tempo und stand in Einsatz und Aggressivität ihren Kontrahenten in nichts nach. Zwar konnten die Gäste ihre Führung lange verteidigen, doch ein Doppelschlag vom überragenden Renke Bitter zum 10:9 in der 22. Minute brachte Altjührden wieder in Vorlage. Doch Wift spielte weiter stark und konsequent. „Im Vergleich zu den Spielen, die wir auf Video gesehen haben, hat sich Wift heute ganz anders präsentiert. So haben Tempohandball gespielt, sie haben in der Abwehr sehr gut zugepackt, da haben wir uns lange sehr schwer getan,“ analysierte Swalkiewicz nach dem Spiel. Wieder nutzten die Gäste Fehlwürfe der Heimmannschaft durch die 1. und 2. Welle und nahmen ein 15:13 Vorsprung mit in die Kabinen.

Auch nach dem Seitenwechsel war das Bild unverändert, beide Mannschaften taten sich im Positionsangriff relativ schwer und waren hauptsächlich durch schnelle Gegenstöße erfolgreich. Nun rückten die Torhüter wieder vermehrt in den Fokus. Der eingewechselte Rasmus Ots passte sich mittlerweile dem Niveau seines Gegenübers an und vereitelte durch einige spektakuläre Paraden einen höheren Rückstand. Altjührden bewiese Moral und holte sich beim 20:19 in der 43. Minute die Führung zurück. Nun entwickelte sich ein Spiel auf Messers Schneide. Bis zum 25:25 sechs Minuten vor Schluss wird jede Führung umgehend ausgeglichen. Die Gastgeber intensivieren noch mal ihre Abwehrarbeit und gehen 3 Minuten vor Schluss mit 27:25 in Führung. Doch 2 Zeitstrafen in der Schlussphase bringen Neumünster zurück ins Spiel und sorgen für ein 28:28 nach 60 Minuten. Kein besonders hochklassiges, aber extrem intensives Spiel verlangte 2x 5 Minuten Verlängerung. Und in dieser zeigt Torwart Rasmus Ots nochmal seine Klasse. Ein gehaltener Tempogegenstoß, eine Doppelparade vom Kreis und ein gehaltener 7-Meter halten Altjührden im Spiel. Und vorne sorgt Lukas Kalafut mit einem direkt verwandelten Freiwurf zum 31:30 für den moralischen Vorteil für die letzten 5 Minuten. Renke Bitter mit seinem 8. Treffer, ein Gäste-Siebenmeter an die Latte und ein sicher verwandelter Strafwurf von Aydrian Dröge zum 33:30 brachten die Gastgeber auf die Siegerstraße. Und als Aydrian Dröge auch seinen 3. Siebenmeter sicher zum 35:32 1:30 vor Schluss verwandelte, schien eine Vorentscheidung gefallen. Doch die Holsteiner warfen noch mal alles in die Waagschale. Mit einer offensiven Deckung erzwangen sie leichte Ballverluste bei Altjührden und erzielten 25 Sekunden vor Schluss den Anschlusstreffer zum 34:35. Doch nun zeigte sich der Gastgeber routiniert, ließ den Ball geschickt laufen und brachte das 35:34 sicher übers Ziel.

„Am Ende entscheiden Nuancen,“ so ein enttäuschter Gäste-Spielertrainer Yannik Stock. Und auch Swalkiewicz war bewusst, dass auch das Glück des Tüchtigen nötig war: „In der Verlängerung muss ich meinen Jungs ein ganz großes Kompliment machen. Wir haben 3 Zeitstrafen und Wift wirft nochmal alles dagegen. Aber wir haben’s geschafft. Aber mir ist auch klar, dass wir hier ganz glücklich das Viertelfinale gewonnen haben.“ Während die Gäste niedergeschlagen und enttäuscht auf dem Hallenboden kauerten, feierten die Vareler beim Abpfiff ausgelassen mit Hüpfkreis den Einzug ins Final4 in Hamburg. Dort werden am ersten April-Wochenende zunächst am Samstag die Halbfinals in der Sporthalle Wandsbek ausgetragen, ehe das Finale am Sonntag, 5. April beim großen Final-Four-Turnier des DHB in der knapp 14000 Zuschauer fassenden Barclaycard-Arena ausgespielt wird. Dieses Spiel dient als Vorspiel, bevor der DHB-Pokalsieger im großen Finale zwischen den Bundesligisten THW Kiel, TBV Lemgo, TSV Hannover-Burgdorf und MT Melsungen ermittelt wird. Im Halbfinale trifft die SG VTB/Altjührden am 4. April um 10:30 Uhr auf die SG OSF Berlin aus der Oberliga Ostsee-Spree.

SG VTB/Altjührden: Ots, Schwagereit; Schildknecht (4), Dick, Dröge (3/3), Kalafut (6), Langer (2), Rüdebusch, Schröder (4), Bitter (8), Menne (2), Abram (3), Rohde (3)

 SG Wift Neumünster: Hoffmann, Quednau; Lorenzen (3), M. Koslowski (2), Hannemann, Plöhn (6), F. Koslowski (1), Hagelmoser, Stock (1), Kaminski (7), M. Haß (2), Liedtke, L. Haß (9), Kreft (3)

 

 

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Ergebnisdienst Pokal

27.06.2020 15:25
DHB-Pokal, Halbfinale/Final4
  
MT Melsungen - TSV Hannover-Burgdorf 0 : 0
27.06.2020 18:15
DHB-Pokal, Halbfinale/Final4
  
THW Kiel - TBV Lemgo Lippe 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 01.04.2020 13:02:38
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